Schon vor den Höhepunkten des 50. Blütenfestes hatten die Rogätzer am Freitag Nachmittag allen Grund zum Feiern: Die neue Eisenbahnbrücke, die Rogätz mit seinen Ortsteilen Friedrichshöhe und Heinrichshorst verbindet, konnte ihrer Bestimmung übergeben werden.

Rogätz. Hunderte Rogätzer Bürger waren gekommen, um Zeugen der Inbetriebnahme zu werden. "Wir haben geplant, beraten und fleißig gearbeitet. Wir haben uns kennen und schätzen gelernt. Wir haben uns nachts die Hände am Feuer gewärmt. Wir haben 15 Meter tiefe Löcher gebohrt. Wir haben gebangt und manchmal auch geflucht. Aber wir haben eine Brücke gebaut", beschrieb Bürgermeister Wolfgang Großmann in seiner Ansprache eindrucksvoll die Facetten der Bautätigkeit.

Alte Brücke stammt aus dem Jahr 1925

Die komplizierte sich noch, weil bei der Bauablaufplanung die von der Bahn vorgegebenen Sperrpausen berücksichtigt werden mussten. "Und die müssen normalerweise bis zu drei Jahre im Voraus beantragt werden. Aber wir hatten in Herrn Schlaaf dabei einen echten Verbündeten", bedankte sich der Bürgermeister.

Die alte "Eisenbahnsche Brücke" war 1925 errichtet worden. Wolfgang Großmann erinnerte an die wechselvollen Besitzverhältnisse der Brücke, bis sie schließlich Rogätz gehörte. Mit der Schließung des Bahnüberganges Friedrichshöhe war 1999 eine Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn erarbeitet worden. Doch bis zur neuen Brücke war es noch ein weiter Weg. Zwischenzeitlich musste die Eisenbahnsche Brücke nach einer Bauzustandsprüfung sogar vollständig gesperrt werden.

Im August 2009 begann der Abriss, zwei Monate später gab es den Startschuss für den Neubau. "Zielstellung war der 7. Mai 2010 zu unserem 50. Blütenfest", erinnerte Wolfgang Großmann an den ehrgeizigen Termin. "Allen Skeptikern zum Trotz haben wir es pünktlich geschafft und können mit gutem Gewissen stolz auf das Erreichte sein", bedankte sich der Bürgermeister bei allen Beteiligten.

Die neue Brücke ist 37 Meter lang und 5 Meter breit. Sie ruht auf Pfählen, die 15 Meter tief im Erdreich verankert sind. In ihr stecken 275 Kubikmeter Beton und 52 Tonnen Stahl.

Insgesamt kostete der Brückenneubau rund 720 000 Euro. Davon zahlte die Gemeinde Rogätz 110 000 Euro. Der Rest kommt von der Bahn sowie aus Fördermitteln des früheren Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes.

Freigabe mit Salut aus einer Kanone

Mit einem donnernden Salut aus der Kanone der Rogätzer Schützen und dem Durchschneiden des obligatorischen Bandes wurde die Brücke dann offiziell freigegeben.

Für einen Hingucker sorgte Heinz Timpe. Er hat quasi als Nachbar von seinem Garten aus den Neubau hautnah verfolgt und jeden Baufortschritt mit seiner Kamera festgehalten. Die Bilder sowie ein Modell eines Elbkahnes aus dem Abrissholz der alten Brücke zeigte Heinz Timpe.