Die Sonne, die durch die Fenster schien, blendete die Augen. Die Musik, die am Mittwochabend im Katharinsensaal zu hören war, bezauberte dagegen die Ohren der zahlreichen Zuhörer, die zum Konzert " Musik nach Sechs " der Musikschule gekommen waren.

Wolmirstedt. Musikschulleiter Armin Hartwig war mindestens so aufgeregt wie seine über 40 kleinen Musikschüler, die beim Konzert " Musik nach Sechs " ihren großen Auftritt hatten. " Wir haben in der letzten Zeit mindestens 50 Prozent der Lehrkräfte ausgewechselt ", nannte Hartwig einen Grund für seine Nervosität. Nervenfl attern verursachte ihm auch der ungewohnte Raum. Fand das jährliche Musikschulkonzert sonst immer in der Aula des Gymnasiums statt, wurde diesmal im Katharinensaal auf der Domäne musiziert. " Am Gymnasium wird die Aula für die Abiturprüfungen gebraucht. Wir sind dankbar, dass die Betreiber des Katharinensaals uns schnell und vor allem kostenlos ihre Räume zur Verfügung stellten ", so der Leiter der Kreismusikschule.

Dem Zuspruch hatte der veränderte Austragungsort keinen Abbruch getan, kein Stuhl blieb am Mittwochabend mehr frei. Klar, denn die kleinen Musikusse haben alle stolze Eltern und Großeltern. Und wer Familie hat, der hat nicht nur Fans, sondern manchmal auch Duettpartner. So wie Damian Löderbusch, der zusammen mit seinem Vater an Cello und Klavier den Pop-Klassiker " Words " wunderbar umsetzte. Oder wie Janett Eichel, die gemeinsam mit ihrem Sohn an der Musikschule lernt und für ihr Klavierstück " Father and Son " viel Applaus bekam.

Geklatscht wurde übrigens nach jedem der 25 Auftritte. Egal, ob mal ein Ton danebenging oder sich ein Einsatz verspätete – die Freude, mit der sich die Jungen und Mädchen ihren Instrumenten widmen, war spürbar und sprang auch auf das Publikum über. Kurze Umbaupausen überbrückte Marlies Cassuhn, die stellvertretende Bürgermeisterin von Wolmirstedt. Als Vorsitzende des Arbeitskreises Kultursommer hatte sie das Moderationsangebot angenommen, bildet das Musikschulkonzert doch traditionell den Auftakt für die Veranstaltungsreihe des Kultursommers.

Schließlich weiß man um die hohe Qualität und die Erfolge der Musikschul-Ausbildung, die früh beginnt. Manche der kleinen Künstler waren hinter Keybord und Notenheft kaum zu erkennen, zeigten sich erst bei der abschließenden Verbeugung, bevor sie schnell wieder zu ihren Familien fl itzten. Souveräner dagegen schon die Großen, die bei Auftritten wie " Jugend musiziert " überzeugen oder – wie Julia Jantos am Klavier und Melissa Christ im Bereich Gesang – schon eine studienvorbereitende Ausbildung an der Musikschule absolvieren. Das könnte auch der kleinen Helene Müller bevorstehen, denn deren Begabung am Klavier begeisterte das Publikum ganz besonders.

Fotos vom Konzert unter :

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