Jersleben. "Einfach mal raus, sich treffen und die Seele baumeln lassen", begründet Kerstin Hädrich, warum sie am Wochenende am Jersleber See anzutreffen war. Ihr Zuhause ist eigentlich das 1000 Seelen zählende Reichenbach am Hermsdorfer Autobahnkreuz in Thüringen. Dort ist die 44-Jährige Chefin eines Biker-Clubs. Sie ist dem Mythos Harley-Davidson verfallen und liebt wie ihre Freunde das "Born to be wild". Biker pflegen eine besondere Kameradschaft, regelmäßige Treffs in allen Teilen der Republik sind auf der Tagesordnung. Bei einem derartigen Treff haben die 15 Motorradfreude aus dem Saale-Holzland-Kreis, die Mitglieder eines gleichnamigen Biker-Clubs aus Hönow im brandenburgischen Kreis Märkisch-Oderland kennengelernt. Hönow liegt an der nordöstlichen Stadtgrenze von Berlin. Die Gemeinde grenzt im Westen an den Stadtteil Hellersdorf. Um ihre Bekanntschaft zu vertiefen, habe beide Clubs einen Ort gesucht, der auf halbem Wege zwischen Berlin und Thüringen liegt. "Und dabei sind wir auf den Jersleber See gestoßen", erzählt Uwe Schöllack, 52, Chef der Hönower Biker, genannt Otto. "Die Aufnahme hier war von Anfang an sehr herzlich, deshalb kommen wir schon das vier Mal her. Birgit Hagemann von der Zeltplatzleitung teilt uns immer einen eigenen Bereich zu, wo wir unsere Zelte aufschlagen, Wohnwagen und Caravans abstellen können." An einem solchen Wochenende gibt es dann gelegentliche Ausfahrten – zum Wasserstraßenkreuz beispielsweise. Die Biker finden die Gegend hier "einfach herrlich". Am Vordergrund steht bei den Treffen aber die Kommunikation, Imbiss und Umtrunk, der Plausch und das Fachsimpeln am Lagerfeuer (Feuerkorb). Das Trinken bringen dabei immer die Randberliner mit, das Essen die Thüringer. Die beste Bratwurst und das Schwarzbierfleisch kommen nun einmal von dort.