Kurzärmlige T-Shirts tragen sie zwar schon, aber mit der Badehose ins Wasser haben sich auch Stefan Grahn und Andreas Harwig noch nicht getraut. Hatten der Schwimmmeister und der Rettungsschwimmer doch bei der Saisonvorbereitung erstmal gegen das Wasser zu kämpfen, das aus einer defekten Leitung floss und die Büroräume flutete.

Wolmirstedt. Es ist kein Scherz – seit dem 1. April laufen im Freibad die Vorbereitungen für die neue Saison. Ohne nennenswerte Frostschäden hatten Becken und Außenanlagen den Winter überstanden. Deswegen lagen Schwimmmeister Stefan Grahn und Rettungsschwimmer Andreas Harwig gut in der Zeit, waren die Becken schon gefüllt, die Wege und die Rutsche geputzt.

Doch am vergangenen Wochenende die " Überraschung " : Harwig hatte wohl eine Vorahnung, als er sich zu einem außerplanmäßigen Rundgang ins Freibad aufmachte und dabei entdeckte, dass ein Zuleitungsrohr geplatzt war. " Jetzt wissen wir, dass man auch in Räumen Springbrunnen haben kann ", beschreibt Grahn auf spaßige Art und Weise, was keinen von ihnen am Sonnabend lachen ließ.

Hatte doch das ausgetretene Wasser schon den Technik- sowie den Schwimmeisterraum geflutet. Die Männer handelten sofort und versuchten, das aufgeweichte Mobiliar zu retten. Grahn ist froh, dass sein Kollege das Malheur schon am Sonnabend entdeckte. Jetzt, fünf Tage nach dem Zwischenfall, laufen die Reparaturarbeiten.

Da sie schon viele der Vorbereitungen geschafft hatten, dürfte die Havarie keinen Einfluss auf die Saisoneröffnung am 1. Mai nehmen. Um 10 Uhr öffnet das Bad dann für alle Wolmirstedter und Badegäste aus dem Umland. Natürlich werden auch wieder Kurse für den Nachwuchs angeboten, will Grahn die Jüngsten zum " Seepferdchen " führen. Auch das beliebte Frühschwimmen ist geplant, für die Sommermonate sogar wieder an zwei Tagen pro Woche. " Allerdings können wir noch keinen genauen Starttermin nennen, weil es davon abhängt, wie sich die Außentemperaturen entwickeln ", so der Schwimmmeister.

Auf die Wassertemperaturen – und dadurch auch auf die Betriebskosten – wirkt sich seit dem 28. Juli des vergangenen Jahres eine neue Solarabsorberanlage aus. 60 000 Euro hat die Stadt für diese Anlage investiert. Geld, das sich lohnt, wie Stefan Grahn nach einem Blick in die Bücher verrät. " Im August 2008 hatten wir einen monatlichen Gasverbrauch von 2976 Kubikmetern, um das Erlebnisbecken zu beheizen. Im August 2009 lag der Verbrauch dagegen nur noch bei 870 Kubikmetern. "

Zwar sei der August in beiden Jahren ein sehr warmer Monat und damit kein wirklich Maßstab gewesen. " Aber diese Zahlen zeigen, wie sehr sich die Anlage lohnt. Hatten wir doch einen monatlichen Gasverbrauch, mit dem man ansonsten ein ganzes Haus für ein Jahr beheizen könnte ", so Grahn weiter.

Auch bei den Besucherzahlen kann der Schwimmmeister Positives vermelden. 15 000 Badegäste sprangen 2009 ins kühle Wolmirstedter Nass. Das waren immerhin 1000 Besucher mehr als noch 2008. Kein Vergleich zum Jahr 2007, dem schlechtesten seit Langem, als nur 11 000 Kinder und Erwachsene das Freibad besuchten. Ein großer Anziehungspunkt war auch die Sommerfest-Premiere im August des vergangenen Jahres, als 500 große und kleine Gäste bei freiem Eintritt einen unterhaltsamen Tag in und an den Becken verbrachten. " Aufgrund der diesjährigen Haushaltslage mussten wir die Förderung der Stadt für eine Neuauflage streichen ", erklärt Ordnungsamtschefin Marlies Cassuhn. " Wir versuchen aber, dass wir mit der Hilfe von Sponsoren vielleicht ein kleineres Sommerfest auf die Beine stellen können. "

Positiv ist : Trotz klammer Kassen bleiben die Eintrittspreise für das Freibad bestehen ( siehe Infokasten ).