Wolmirstedt. Bereits zum achten Mal lud der Rotary-Club Haldensleben zur Berufsorientierungsveranstaltung ein. Auch am Dienstag richtete sich Einladung an die Schüler der neunten Klassen der Gutenberg-Schule. Viele waren gekommen und hatten zum Teil ihre Eltern mitgebracht.

Das Thema war allemal interessant, denn gestandene Ingenieure und Handwerker gaben den Jugendlichen Tipps für die richtige Berufswahl und die Bewerbung. Die Rotarier teilten sich in vier Gruppen auf. Berufe im öffentlichen Dienst, in Handwerk und Versicherungen, in der Gastronomie und im technischen Bereich wurden vorgestellt, außerdem präsentierte sich das Zielitzer Kaliwerk. Alle Bereiche fanden unter den Schülern reichlich Zuspruch.

" Bei solchen Veranstaltungen treffen sich die Jugendlichen erstmals auf Augenhöhe mit Leuten, die einmal ihr Arbeitgeber sein könnten ", nannte Rotarier Bernd Rothämel den Vorteil so einer Veranstaltung. Das war aber nicht der Einzige, denn wer sich traute, konnte mit den Rotariern ein Vorstellungsgespräch simulieren.

" Macht das Foto groß, Personaler haben manchmal Probleme mit der
Sehkraft "

Tatsächlich hatten einige Gutenberg-Schüler Bewerbungsmappen dabei, die von den Rotariern auf Überzeugungskraft geprüft wurden. " Wer im Personalwesen zu tun hat, schaut immer auf das äußere Bild so einer Bewerbung ", ermutigte Dirk Thurau zur Gewissenhaftigkeit. Er schaute sich die mitgebrachten Bewerbungsmappen genau an und gab sogar Tipps. " Macht das Bild nicht zu klein. Wer im Personalwesen sitzt, ist manchmal schon etwas älter und hat Probleme mit der Sehkraft ", scherzte er.

Wer es mit seiner Bewerbungsmappe bis zum Vorstellungsgespräch geschafft hat, muss auch da überzeugen. Vielleicht nicht in Jeans, aber dafür mit viel Wissen über den angestrebten Beruf. Die Rotarier boten auch hier die Simulation eines Vorstellungsgespräches an. Eine Gutenbergschülerin nutzte diese Möglichkeit und " schlug sich sehr gut ", wie Bernd Rothämel bestätigte. Der Organisator der Berufsorientierungsveranstaltung resümierte : " Wer sich in so einer Veranstaltung ausprobiert, sammelt Erfahrungen und hat damit bereits einen Wettbewerbsvorteil. "

Schulleiter Helmuth Thiel schaute ebenfalls in allen Räumen vorbei. " Die Jugendlichen sollen nicht irgendeinen Beruf wählen, sondern den passenden ", wünschte er sich. Fritz Boese, Präsident der Rotarier, wendete sich auch an die Eltern : " Die Umstellung von der Schule ins Berufsleben ist hart. Ein Achtstundentag voller Arbeit kann zuerst richtig weh tun. Bitte ermuntern Sie ihre Kinder zum Durchhalten, seien Sie eine Stütze. "

Wer all diese Tipps beherzigt und keine falschen Erwartungen hat, wird vielleicht seine Ausbildung nicht abbrechen. Die Zahl der Abbrecher zu verringern, das war an diesem Abend das Grundanliegen aller Beteiligten.