Eigentlich können Ingo Brach und seine Mitarbeiter von der Möbelbörse zufrieden sein. Wurde das Projekt doch Ende des vergangenen Jahres wieder um zwölf Monate verlängert. Doch in der Halle am Bleicher Weg 5 ist noch Platz, braucht man dringend neue Gebrauchtartikelspenden, um damit Bedürftigen zu helfen.

Wolmirstedt. " Für den guten Zweck ist uns kein Weg zu weit !" So steht es nicht nur auf dem Lkw der Möbelbörse, der Spruch bringt auch das Anliegen des Projektes auf den Punkt. Seit März 2005 befindet sich in einer Lagerhalle im Bleicher Weg 5 die Gebrauchtartikelbörse. Träger ist die Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark GmbH Beetzendorf. Vom Besteck über Gardinen, Regale bis hin zur Couchgarnitur oder der kompletten Schrankwand findet sich dort alles, was man in einem Haushalt gebrauchen kann. " Das Angebot richtet sich an sozial schwache Menschen, die nicht das Geld haben, sich ihre Einrichtung neu im Möbelhaus zu kaufen ", erklärt Projektleiter Ingo Brach. Alles, was in der Halle steht, wurde gespendet, stammt aus Wohnungsauflösungen oder wurde überflüssig, weil man etwas Neues kauft.

" Wir sind den Menschen sehr dankbar, die uns seit 2005 unterstützen, indem sie uns ihre gut erhaltenen Gegenstände überlassen und damit helfen, soziale Not zu lindern und unsere acht Arbeitsplätze zu erhalten ", freut sich Brach. Denn nur, wenn Angebot und Nachfrage stimmen, kann das Projekt fortbestehen. Ende 2009 gab es eine erneute Verlängerung um zwölf Monate. Die Nachfrage ist ungebrochen, woran es mangelt, sind neue Spenden.

Wer Haushaltsgegenstände über hat, der kann sich unter der Telefonnummer ( 039 201 ) 2 73 48 melden. " Üblicherweise fahren wir dann erstmal vorbei und schauen, ob die Spenden noch in Ordnung sind ", erklärt Brach das Prozedere. Denn den Weg in die Möbelbörse findet nur, was noch gut erhalten ist.

Zwar können die acht Angestellten, alle über 50 Jahre alt, kleinere Ausbesserungen vornehmen, mal einen Schrank leimen oder auch ein Scharnier wechseln. " Aber wir sind weder Glaser noch Polsterer. Wenn auf einer Couch große Brandlöcher sind oder in einer Schrankwand die Scheibe fehlt, dann nehmen wir die auch nicht mit ", verdeutlicht er den Unterschied zum Sperrmüll. Von seinen Fahrten durch die Stadt weiß Brach, dass oft Dinge vorschnell auf dem Sperrmüll landen, die für die Möbelbörse noch gut zu verwenden wären. " Aber alles, was einmal draußen steht, gehört der Müllabfuhr, wird von uns auch nicht mitgenommen. " Wenn sich aber jemand meldet, der gut erhaltene Dinge abgeben möchte, um damit sozial schlechter gestellten Menschen eine Freude zu machen, dann werden diese natürlich auch abgeholt.

So wie das größte Schmuckstück, das derzeit in der Halle steht : " Eine Schrankwand aus DDR-Zeiten, komplett aus Holz, wunderschön lackiert und in sehr gutem Zustand ", schwärmt Brach, während er fasziniert über das Holz streicht. " Manchmal könnten wir statt Möbelbörse auch Antiquitätenhandel an unsere Tür schreiben ", erklärt er schmunzelnd. Wer sich davon überzeugen möchte, kann montags bis freitags zwischen 9.30 und 16 Uhr im Bleicher Weg vorbeischauen.