Ein Thema bewegt seit Monaten die Farsleber, erhitzt die Gemüter. Die Rede ist von der geplanten Errichtung einer Deponie am Standort der Kiesgrube. Einigen Bürgern bereitet dies große Bauchschmerzen, hat sich im Vorfeld bereits eine Bürgerinitiative gegründet. Wir wollen Ihre Meinung zu diesem Thema wissen, machen Sie mit bei unserer Lesebefragung.

Farsleben. Geht es nach der Firma Papenburg, dann soll Farsleben im kommenden Jahr eine neue Deponie bekommen. Was die Bürger aber dabei bewegt, für die Deponie sollen unter anderem 70 000 Quadratmeter Waldfläche abgeholzt werden. Unverständnis, gar Kopfschütteln bei den Einwohnern, weil gerade der Wald eine natürliche Abgrenzung zur geplanten Streckenführung der Nordverlängerung der Autobahn 14 darstelle. Sorgen aber bereitet den Anwohnern auch die Tatsache, dass die Entfernung der künftigen Deponie zur Gewerbebebauung lediglich 500 Meter beträgt, der Spielplatz, der stark frequentiert wird, nur 750 Meter entfernt ist und zur Wohnbebauung der Abstand gerade einmal 800 Meter beträgt.

Bürgerinitiative

Die Deponie, die mit einer Laufzeit von 42 Jahren ab 2011 geplant ist, umfasst nach Aussagen von Kiesgruben-Betriebsleiter Carlo Hinz, eine Fläche von 20 Hektar und misst im Baufeld Ost am höchsten Punkt 15 Meter, im Baufeld West maximal 13 Meter mit Abflachungen zu den Seiten.

Der Widerstand dagegen hat sich bereits formiert, auch wenn der Betriebsleiter betont, dass das Unternehmen keine Mülldeponie zur Annahme giftiger Abfälle bauen wird. "Ziel ist der langfristige Sandabbau und nach der so genannten Auskiesung eine ordnungsgemäße Verfüllung mit zugelassenen mineralischen Stoffen, zum Beispiel Boden, Schutt und Schlacke."

Das sieht man in Farsleben anders, wurde im vergangenen Jahr die Bürgerinitiative "Contra Deponie" ins Leben gerufen. Über 250 Bürger haben sich bis heute dazu bekannt. Und der Protest hält weiter an. Sind es besonders, aber nicht nur die Naturfreunde, die gegen die geplante Deponie und damit gegen das Abholzen großer Waldflächen Sturm laufen. Mit Erfolg, wie es scheint. Denn die Stadt Wolmirstedt als Träger öffentlicher Belange hat sich gegen die Pläne der Firma Papenburg ausgesprochen. Eine endgültige Entscheidung (Pro oder Contra) steht noch aus.

Aber nicht für Dagmar Scholz, 47, Friseurmeisterin: "Wenn ich mir vorstelle, dass für die Deponie große Teile unseres Waldes geopfert werden sollen, dann frage ich mich doch, warum lebt man auf dem Lande? Doch wohl auch des Waldes wegen, oder?"

Auch Jutta Pape, 60, sieht recht skeptisch in die Zukunft, denkt sie über die geplante Deponie nach: "Man weiß ja letztlich nie wirklich, was dort eingebracht wird." Es gibt aber auch Befürworter in der Ortschaft, ist von der Deponie die Rede. Mathias Schumann, 37, Fliesenlegermeister, zum Beispiel sieht dem geplanten Vorhaben völlig entspannt entgegen: "Wir sollen uns in Farsleben mal wieder daran erinnern, was wir in den vergangenen Jahren Gutes an der Firma Papenburg hatten. Ich als ehemaliger Wehrleiter kann nur sagen, Hinze hat geholfen, war Not am Mann. Und ich weiß, dass das Unternehmen das Aufforsten sehr ernst genommen hat. Ich erinnere nur an den Lehrpfad, der 2009 gemeinsam mit der Leibniz-Schule angelegt wurde." Auch Herbert Steffens, 59, sieht keine unlösbaren Probleme, sollte die Deponie kommen: "Ich bin überzeugt, die Behörden werden ein kritisches Auge auf die Deponie werfen, sollte sie kommen. Ich glaube aber nicht, dass sie ein Problem darstellen wird. Irgendwohin müssen die Abfälle. In einer Deponie werden sie garantiert unter größter Kontrolle entsorgt."

Schritt ins Grüne

"Aber muss es diese Gemarkung sein", fragt sich Klaus Giebel, 72, der vor 13 Jahren aus Magdeburg bewusst den Schritt ins Grüne und damit nach Farsleben gemacht hat. Konkreter wird Katrin Dienemann, 43: "Wir hatten hier ein waldreiches Landschaftsschutzgebiet, das wurde vor Jahren kurzerhand hinter die Kiesgrube verbannt. Und deshalb muss mir auch keiner erzählen, dass bei den 50 Stoffen, die hier gelagert werden sollen, es sich nur um naturverträgliche handelt."

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