Mit der Umbenennung von Straßen, Wegen und Plätzen wird sich der Hauptausschuss des Gemeinderates Hohe Börde heute Abend beschäftigen. Grund dafür ist die Doppelung oder gar Mehrfachverwendung identischer Straßennamen in den Ortschaften der neu gebildeten Gemeinde Hohe Börde.

Irxleben / Hohenwarsleben / Hohe Börde. Wohl in fast jedem Dorf der Hohen Börde gibt es eine Kirchstraße, auch die Bezeichnung Dorfstraße ist häufig, ebenso Hauptstraße oder Neue Straße. Beliebt sind auch Magdeburger oder Helmstedter Straße.

Am 1. Januar 2010 wurden aus den einst selbständigen Gemeinden nun Ortschaften der Großgemeinde Hohe Börde. Doch was muss eigentlich auf dem Briefkuvert stehen ? Der Name der Ortschaft oder der Gemeinde, oder Beides, und wenn beides, dann was zuerst ?

Bliebe es bei der bisherigen Praxis, das Dorf zu benennen, in dem der Adressierte wohnt, wäre dies wohl die einfachste Variante. Selbst wenn vor oder hinter dem Dorfnamen ( Ortsnamen ) die Gemeinde auf den Adresskopf geschrieben wird, dürfte es wenig Verwechslungen geben. Das wäre das Einfachste, zumal wohl niemand außerhalb des Landkreises Hohe Börde um die Bildung der Großgemeinde Hohe Börde weiß und nach wie vor seine Post an die Dörfer adressiert und nicht an die Gemeinde. Aber das wäre wohl wirklich zu einfach.

Der Hohenwarsleber Ortschaftsrat diskutierte am vergangenen Donnerstag seine Position zur geplanten Umbenennung der Straßen, Wege und Plätze.

Sechs Straßen betroffen

Von Doppelung betroffen sind in Hohenwarsleben sechs Dorfstraßen : die Abendstraße, " Am Sportplatz ", Amselweg, Irxleber Straße, Mühlenweg und Neue Straße. Ortsbürgermeister Wolf Graf von Westarp berichtete von der Regelung, die Schackensleben bereits im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Dort wurde beispielsweise vorgeschlagen, Straßen wie der Dorfstraße oder Hauptstraße einfach " Schackensleber " voranzustellen, also " Schackensleber Dorfstraße ". Der Gartenweg soll für den Fall einer notwendigen Umbenennung " An den Gärten " heißen.

Doch ist eine Umbenennung und der damit verbundene finanzielle und zeitliche Aufwand wirklich nötig ? Das fragten einige Hohenwarsleber Ortschaftsräte. Ihrer Meinung nach müsste zunächst einmal geklärt werden, ob die Postleitzahlen weiterhin erhalten bleiben. Oder ob zukünftig eine einheitliche Postleitzahl für die Gemeinde Hohe Börde geplant ist.

Bald eine Postleitzahl ?

Nur für diesen Fall wäre nach Meinung des Hohenwarsleber Ortschaftsrates eine Umbenennung aller Doppel- oder Mehrfachbezeichnungen überhaupt nötig.

Bleiben die Postleitzahlen wie bisher erhalten, dann müssten den Hohenwarslebern zufolge gar nicht alle Straße umbenannt werden So haben bisher Hohenwarsleben ( 39326 ) und die Nachbarortschaft Irxleben ( 39167 ) verschiedene Postleitzahlen. Lediglich bei Mehrfachbezeichnungen in Dörfern ( Ortschaften ) mit gleicher Postleitzahl – zum Beispiele Hermsdorf und Hohenwarsleben ( beide 39326 ) – müsste man über eine Umbenennung reden.

Die einfachste und auch billigste Variante wäre aber gänzlich auf die Bezeichnung ( Gemeinde Hohe Börde ) zu verzichten und einfach den Ortsnamen im Adresskopf aufzuführen. Aber eben das scheint in Deutschland wohl zu einfach zu sein ( siehe auch unten stehenden Leserbrief ).