Für ein Großaufgebot der Feuerwehr sorgte am Freitagnachmittag ein Dachstuhlbrand in Schackensleben. 80 Feuerwehrleute aus 8 Wehren waren dabei mit 18 Fahrzeugen im Einsatz. Der Einsatz ging bis in die späten Abendstunden. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Sachschaden beläuft sich laut ersten Angaben der Polizei auf etwa 200 000 Euro. Das Mehrfamilienhaus ist nach dem Brand unbewohnbar.

Schackensleben. Um 16. 18 Uhr wurde Schackenslebens Ortswehrleiter Thomas Müller über das digitale Funkmeldesystem alarmiert. " Zwei unserer Kameraden waren zum Zeitpunkt der Alarmierung gerade zufällig im Feuerwehrhaus. Fünf Minuten nach der Alarmierung war unsere Ortsfeuerwehr vor Ort. Nur wenig später folgten die Feuerwehren aus Rottmersleben und die Hermsdorfer Kameraden. Die Hermsdorfer Feuerwehr kam mit ihrer Drehleiter ", berichtete Müller. Und die Leiter sollte bald gebraucht werden.

Bewohner hatten das Haus bereits verlassen

" Als wir eintrafen, waren bereits keine Personen mehr im Haus. Aus dem Dachstuhl quoll starker Qualm ", sagte Müller. Laut Angaben der Polizei kamen keine Personen zu Schaden. Die betroffenen Bewohner konnten rechtzeitig das Haus verlassen und sind laut Polizeiangaben inzwischen bei Verwandten und Bekannten untergekommen.

Das Gebäude war von innen nur schwer zugänglich. " Der einzige Zugang zu dem stark qualmenden Dachboden wäre über eine Dachluke gewesen. Doch wir konnten von dort aus wegen des Qualmes nicht hinein. Wir haben deshalb begonnen, die Decke im Obergeschoss, später auch im Mittelgeschoss aufzureißen, um an den Brandherd und die vermuteten Glutnester heran zu kommen. Parallel dazu versuchten die Hermsdorfer Kameraden von der Drehleiter aus über das ebenfalls aufzureißende Dach zu löschen. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung mussten weitere Atemschutzträger anderer Feuerwehren angefordert werden. Auch eine weitere Drehleiter von der Wolmirstedter Feuerwehr war nötig, ebenso eine Wärmebildkamera. Es war sehr schwer, die Glutnester zu orten, um den Brand an der Ursache zu bekämpfen ", berichtete Ortswehrleiter Müller.

Einsatz bis in die späten Abendstunden

Die Feuerwehren aus Irxleben, Groß Santersleben, Eichenbarleben, Mammendorf sowie Kreisbrandmeister Horst Nitzer und der zuständige Wanzleber Abschnittsleiter waren vor Ort. Wegen der erforderlichen Vielzahl an eingesetzten Atemschutzgeräten musste ein Spezialtransporter des Kreisamtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen mit neuen Austauschflaschen angefordert werden. Zwischen 22 und 23 Uhr konnten sich die Feuerwehren allmählich zurückziehen. Bis dahin war der Einsatzort weiträumig abgesperrt gewesen.

Bis zum Sonnabendmorgen hielten die Schackensleber Feuerwehrleute Brandwache und übergaben den Einsatzort am Sonnabend gegen 8 Uhr an die eingetroffenen Beamten der Polizei, die ihre Ermittlungen aufnahmen.

Nach ersten Ermittlungen soll ein alter Kamin Schuld am Brand sein. Ein Bewohner des Hauses habe versucht, einen alten Kamin wieder in Gang zu setzen, dabei sei der Dachstuhl des Mehrfamilienhauses in Brand geraten. Die Ermittlungen dauern aber noch an.

Den Sachschaden des sanierten historischen Gebäudes an der Groß Santersleber Straße bezifferte die Polizei am Wochenende auf etwa 200 000 Euro.