Gestern feierten Ilse und Kurt Holze aus Dahlenwarsleben das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Zahlreiche Verwandte, Freunde und Gäste kamen, um den Jubilaren zu gratulieren.

Dahlenwarsleben. Fast ein ganzes Menschenleben geht das Ehepaar bereits durch dick und dünn : " Das erfordert oft eisernen Willen, aber vor allem tiefe Zuneigung, Liebe und Achtung ", versichert Kurt Holze ( 88 ), der gestern vor 65 Jahren seine Ilse ( 90 ) zum Traualtar führte.

Und genau aus diesem Grund gaben sich gestern ungezählte Gäste im wahrsten Sinne des Wortes die Klinke in die Hand, feierten gemeinsam mit dem Ehepaar Holze das Fest der Eisernen Hochzeit. Was den gestandenen Bräutigam bei dem " Ansturm " auch zu der Aussage bewegte : " Dann haben wir doch offensichtlich etwas in der Region bewegt. "

Vor allem Kurt Holze, der 1921 in Dahlenwarsleben geboren wurde und seinen Heimatort nie verließ, hat bleibende Spuren hinterlassen. So ist die Ortschronik vor allem seinem Engagement zu verdanken, hat er sich Jahrzehnte als Lehrer und Funktionär dem Sport verschrieben. " Beim Sport in Groß Ammensleben ", so erzählt der Jubilar, " habe ich auch meine große Liebe gefunden. " Wie Ilse Holze sich gern erinnert, waren beide in jungen Jahren im Sportverein wegen ihrer guten Leistungen die Vorturner gewesen. Bevor aber das junge Glück überhaupt eine Chance hatte, zog Ilse 1933 aus familiären Gründen nach Altgandersheim in den Harz, kehrte aber bereits vier Jahre später zurück.

Danach aber ließ Kurt Holze seine Ilse nicht mehr aus den Augen, heirateten beide am 2. Dezember 1944. Kurz vor Kriegsende wurde der gelernte Dreher noch als Soldat eingezogen, kehrte aber bereits im Dezember 1945 aus der Gefangenschaft wieder nach Dahlenwarsleben zurück. Wo er sich in den folgenden Jahren seiner zweiten großen Liebe, dem Sport, verschrieb. Sehr schnell wurden die Verantwortlichen in Wolmirstedt auf den umtriebigen Mann aufmerksam, der dann für den Aufbau des Jugendsports im Kreis verantwortlich war.

1951 kehrte Kurt Holze als Sport- und Polytechniklehrer in seinen Heimatort zurück. Nach 35 Jahren wurde er ehrenvoll aus dem Schuldienst verabschiedet. Und so verwundert es nicht, dass gestern neben Bürgermeisterin Erika Tholotowsky und Ortsbürgermeister Günter Scharlach, zahlreiche ehemalige Wegbegleiter, wie der ehemalige Oberstudienrat Günter Oelze und Hans Meyer, dem Paar gratulierten. Keine Frage, dass viel gefachsimpelt wurde.