Der Deutsche Druiden-Orden möchte in Haldensleben eine neue Loge gründen. Dies wäre die erste in Sachsen-Anhalt, nachdem eine geplante Bildung vor zwei Jahren in Magdeburg gescheitert war.

Haldensleben. Wer das Wort Druide hört, denkt vielleicht an Asterix und Obelix, an magische Heilkräfte oder keltische Göttersagen. Was auf den ersten Blick etwas mystisch erscheint, zeigt sich jedoch als Organisation, die sich für Ideale wie Toleranz, Gerechtigkeit, Humanität, Achtung der Menschenwürde, Frieden und Freiheit einsetzt.

Seinen Ursprung hat der humanistisch orientierte Männerbund im England des 18. Jahrhunderts. Dort wurde 1781 die erste Loge in London errichtet. Vor allem soziale Beweggründe führten zur Entstehung der Vereinigung. In Zeiten der Aufklärung war es den Gründungsmitgliedern wichtig, für Werte wie Brüderlichkeit, Wohltätigkeit, Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben der Menschen einzutreten. Für den Namen entschieden sich die Gründer, weil die Druiden – die geistige Führungsschicht der Kelten – Weisheit, Kunst, Wissenschaft und Naturverbundenheit verkörperten.

Die Werte und Ideale, für die sich die Ordensmitglieder damals einsetzten, spielen in der heutigen Zeit eine ebenso bedeutende Rolle. " In unserer Ellenbogen-Gesellschaft ist es sehr wichtig, die ethische und moralische Entwicklung unserer Mitmenschen zu fördern ", erklärt Uwe Pleuger. Der Haldensleber ist seit 15 Jahren Mitglied der Peiner Lessing-Loge im Druiden-Orden und möchte in der Kreisstadt eine neue Loge aufbauen. Bis jetzt habe er als Mitglied viele positive Erfahrungen gesammelt. " Es hat mich beeindruckt und es war für mich sehr interessant zu lernen, über den Tellerrand zu blicken und meinen Horizont zu erweitern. "

Älteste deutsche Loge 1872 in Berlin gegründet

In Deutschland gibt es zurzeit 60 Logen mit etwa 1 600 Mitgliedern, die als eingetragene Vereine weitgehend autonom arbeiten. Am zahlreichsten vertreten sind sie in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern. Die älteste auf deutschem Boden ist die Dodona-Loge in Berlin, welche 1872 von Amerika aus ins Leben gerufen wurde. In der ehemaligen DDR waren nach dem Krieg keine Wieder- oder Neugründungen möglich. Erst nach der Wiedervereinigung konnte sich der Druiden-Orden mit der Gründung einiger neuer Logen auch in den neuen Bundesländern etablieren.

Die Loge in Haldensleben wäre die erste in Sachsen-Anhalt. " Wir haben schon vor zwei Jahren in Magdeburg versucht, eine Loge aufzubauen. Dabei ist aber nichts rausgekommen ", erklärt Uwe Pleuger. Um eine Loge als Verein eintragen zu können, müssen sich mindestens neun Mitglieder zusammenfinden. Dazu sollen, wenn der Wunsch besteht, in Haldensleben Info-Abende veranstaltet werden, so dass sich Interessenten ein Bild über die Tätigkeit des Deutschen Druiden-Ordens machen können.

Auch Frauen bei diversen Anlässen willkommen

Mitglied werden kann jeder Mann ab 24 Jahren, der die Ideale des Ordens vertreten möchte, unabhängig von Religion, politischen Interessen, Herkunft oder Berufsstand. Auch wenn Frauen aus traditionellen Gründen nicht als Mitglieder in die Loge aufgenommen werden, sind sie bei Veranstaltungen und verschiedenen Anlässen immer willkommen, sagt Pleuger. Bei den in regelmäßigen Abständen stattfindenden Sitzungen wird jedoch den Männern der Vortritt gelassen. Diese Versammlungen laufen nach einem bestimmten Ritual ab, wobei eines der Mitglieder einen Vortrag zu einem beliebigen Thema hält – Politik und Religion ausgenommen. Anschließend kann darüber diskutiert werden, und die Mitglieder finden sich dann zu einem gemeinsamen Essen zusammen.

Wer Näheres über den Deutschen Druiden-Orden und die Loge in Haldensleben erfahren möchte, kann sich bei Uwe Pleuger telefonisch unter ( 0 39 04 ) 49 82 58 oder per EMail uwe-pleuger @ t-online. de melden.