Was gehört in den Dezember ? Natürlich ein Adventskalender. Manche sind mit Schokolade gefüllt, andere mit Spielzeug, einige Wenige mit Bildern. Der seltsamste Adventskalender aber ist außen ganz schwarz, und innen, da steckt er voller Geschichten. Diesen geheimnisvollen Adventskalender hat die Schriftstellerin Astrid Nagel geschaffen, und am Dienstag teilte sie die Geheimnisse aus " Adventa " in der Bibliothek mit den Kindern der Diesterwegund der Gutenberg-Schule.

Wolmirstedt. Die Kindern der Klasse 4 b der Diesterweg-Schule und der Klasse 4 b der Gutenberg-Schule hatten ein paar dieser Geheimnisse bereits gelüftet. Sie verwandelten schon seit dem 1. Dezember ihren Deutschunterricht in eine Weihnachtswerkstatt und öffnen jeden Tag ein Türchen ihres schwarzen Adventskalenders. Darin finden sie dieselben Dinge, die auch der coole Nico aus der Geschichte entdeckt. Der Junge findet den ganzen Weihnachtskram eigentlich doof, doch schon hinter der ersten Tür findet er eine Sanduhr und wird damit in den Strudel der Ereignisse des geheimnisvollen Landes Adventa hinein gezogen. Er muss Aufgaben lösen und vielleicht - aber das erfahren die Kinder erst am Ende des Buches - findet der Junge das Schöne an Weihnachten doch noch. Schließlich begegnet er in " Adventa " seltsamen Dingen, wie Musikinstrumenten, die an Bäumen wachsen oder in Gewächshäusern gehätschelt werden. " Wir fanden es schön, wie Astrid Nagel die Geschichten gelesen hat ", sagten Anabell und Lina aus der vierten Klasse der Gutenberg-Schule, " wir haben alles viel besser verstanden, als wenn wir es in der Schule selbst lesen. " Das machen sie nämlich jeden Tag.

Alle Kinder der beiden vierten Klassen haben das Buch bekommen, mit einer Signatur der Schriftstellerin. " Wir lesen jeden Tag eines der 24 Kapitel ", erzählt Manuela Weiß, Lehrerin der Gutenberg-Schule, " danach sammeln wir die Bücher wieder ein, sonst würden unsere Leseratten das Buch sofort bis zum Ende durchlesen. " Dann aber wäre die Spannung schnell weg und die gehört ja bekanntlich zur Vorweihnachtszeit. Auch in der Bibliothek konnten die Kinder gar nicht genug von den Geschichten bekommen, aber Astrid Nagel ließ sich nur zwei der 24 Geschichten entlocken, hatte sie doch neben den Geschichten ohnehin eine ganze Menge zu erzählen und zu zeigen.

Die Fantasie-Schriftstellerin hatte nicht nur das Buch mitgebracht, sondern auch ihren Laptop, auf dem Rätsel und Spiele zum Buch gespeichert sind. Die Kinder ihrerseits hatten ihren schwarzen Adventskalender in der Bibliothek aufgehängt und durften in höchstpersönlicher Anwesenheit der Autorin das Türchen des Tages öffnen. Es war keine Lesung, in der die Kinder zwei Stunden lang mucksmäuschenstill lauschten, dazu waren sie zu sehr in die Geschichte eingetaucht. Sie diskutierten ab und an über den Fortgang der Abenteuer und fragen Astrid Nagel Löcher in den Bauch. " Wie lange schreiben Sie an einem Buch ", und " Ist Bücher schreiben schwer ?" und " Welches Buch schreiben Sie gerade jetzt ?" und " Wie fällt Ihnen ein Titel ein ?" Astrid Nagel antwortete geduldig und verriet, dass sie manchmal Kindern erlaubt, ihren Figuren Namen zu geben. Astrid Nagel lebt in der Nähe von Stuttgart und im Namen des Elternrates überreichte Lutz Zschäbitz am Ende der Lesung der sichtlich gerührten Autorin einen Präsentkorb mit Ostprodukten.