Nachdem der Ohredeich bereits saniert wurde, plant der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ( LHW ) die Sanierung des linken Elbdeiches in der Gemarkung Glindenberg. Die entsprechenden Pläne wurden am Donnerstagabend öffentlich vorgestellt.

Glindenberg. Auch Dank vieler ziviler Helfer und der Feuerwehren konnten beim Elbhochwasser im Jahr 2002 größere Schäden verhindert werden. " Doch das muss ja nicht das schlimmste Hochwasser gewesen sein ", erklärte Wolf-Axel Meier vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ( LHW ), warum die Sanierung des linken Elbdeiches nach Meinung des Fachbetriebes notwendig ist. Etwa 40 Interessierte waren am Donnerstagabend in den Saal des " Glindenberger Hofes " gekommen, um etwas über die Pläne zu erfahren.

" Der Elbdeich ist eine Schwachstelle. Nicht etwa, weil er nicht hält. Ganz im Gegenteil, der Deich ist sicher, und es besteht kein akuter Handlungsbedarf ", machte Meier anschaulich. " Dennoch müssen wir etwas verändern, weil wir im Ernstfall einfach nicht herankommen, um den Deich zu verteidigen. Nicht mal mit dem Hubschrauber. " Das Hochwasser-Gesamtkonzept sieht deshalb vor, den Abschnitt zwischen der Autobahn 2, dem Mittellandkanal und bis zum Bereich Heinrichsberg zu sanieren. Die Maßnahme soll in zwei Bauabschnitten realisiert werden, die Sanierung erfolgt landseitig. Vorgesehen ist ein Deichverteidigungsweg auf einer Gesamtlänge von 6900 Metern sowie ein Deichkontrollweg auf der Krone. Wie die Bauabschnitte im einzelnen aussehen werden, stellte der vom LHW beauftragte Planer den interessierten Zuhörern vor. Wichtig ist : Das Gesamtkonzept sieht vor, im Bereich des Waldes so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen, also keine Abholzungen vorzunehmen. Dazu hätten bereits Beratungen mit den Umweltverbänden und dem Umweltamt stattgefunden. Die Deichverteidigung erfolgt hier nur auf der 3, 10 Meter breiten Krone und mittels einer Spundwand.

Für die Deichgeometrie, also die im Rahmen der Sanierung vorgesehenen Abmessungen, hätte man sich an den Werten des Hochwassers von 2002 orientiert. Demnach würde die Deichkrone im Bereich außerhalb des Baumbestandes auf einer Breite von drei Metern befestigt, wovon zwei Meter als bituminöser Weg zur Kontrollbefahrung mit Pkw vorgesehen sind. Auch Fußgänger und Radfahrer sollen diesen Weg nutzen dürfen.

Ob die vorgestellten Pläne auch realisiert werden können, hänge laut Meier von mehreren Voraussetzungen ab. " Es müssen zuerst die Eigentumsfragen geklärt sein, dann darf es keine Klagen geben und natürlich muss auch die Finanzierung stehen. " Die Gesamtkosten der Maßnahme sind in der Vorplanungsphase mit rund sieben Millionen Euro angegeben. Zielstellung ist, bereits im kommenden Jahr mit dem ersten Bauabschnitt außerhalb des Waldbereiches zu beginnen. Im gleichen Zeitraum würde dann auch die Planung für den Naturraum des zweiten Bauabschnittes starten. Dabei handelt es sich um ein FFH-Gebiet zum Schutz von Pflanzen ( Flora ), Tieren ( Fauna ) und Habitaten ( Lebensraumtypen ), das besondere Schutzauflagen nach sich zieht. " Wenn alles klappt, könnten wir in zwei bis drei Jahren mit der gesamten Sanierung fertig sein ", so Meier. " Schert allerdings nur einer der vom Flächenentzug betroffenen Eigentümer aus, dann müssen wir ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen, was uns Jahre an Zeit kostet. "

Wie Marion Enekweizu vom LHW, Flussbereich Schönebeck, erklärte, sei im ersten Bauabschnitt die Zustimmung von 18 Grundbesitzern nötig. Dazu zählen neben Privatleuten auch Unternehmen. Während sie bei denen " keine Probleme " mit der Zustimmung sieht, hätten die privaten Grundbesitzer unterschiedlich auf die Anfragen des Landesbetriebes reagiert. " Die Bauerlaubnisverträge sind schon verschickt, allerdings erst zwei unterschrieben zurückgekommen. " Bei den von Privatleuten zu erwerbenden Flächen handle es sich um Flurstücke in der Größe zwischen 151 und 2000 Quadratmetern. " Ich bin wirklich sehr enttäuscht, dass die Eigentümer, die Bedenken haben, nicht die Chance nutzten, heute hierher zu kommen und ihre Fragen zu stellen ", so Marion Enekweizu.