Wolmirstedt. " Elena Egli liebt, leidet und lebt ihre Gefühle und ihre Kreativität. Sie lebt sie in ihrer Kunst mit ihrem unverkennbar eigenem Ausdruck und Stil ", sagte der Magdeburger Mario Kindl in seiner Laudatio auf die Künstlerin, die seit Dienstag in der Sparkasse ausstellt. Elena Egli zeigt große Leinwandkunst, hat ihre Bilder auf der Sparkassengalerie in drei Gattungen eingeteilt, in klassische Malerei, Abstraktes und Collagen.

Doch wer ist diese Elena Egli ? Die kleine Frau mit dem schwarzen Hut stammt aus der Kälte, aus Wladiwostok. Dort wurde sie 1954 geboren, studierte später an der Kunsthochschule " Stroganowskaja ". Schon 1977 kam sie nach Deutschland und fand hier schnell ihren Platz im kreativen Leben der DDR. Sie war unter anderem Chefdesignerin bei der Firma Bormann, dem " Dior des Ostens ". Seit der Wende arbeitet sie freiberuflich als Innenarchitektin und Künstlerin. Ihre Werke hängen in großen Verlags- und Geschäftshäusern.

Ein Markenzeichen ihrer Kunst ist wohl, dass sie die Häuser, in denen ihre Bilder hängen, auf eben diesen Bildern verewigt. Das wagte Elena Egli auch in der Bank. Ihre Großformate zeigen die Sparkassen unseres Landkreises, integriert in Collagen. " Fotos allein sind viel zu steril ", sagt sie. Und so bindet die Künstlerin klassische Fotografien in Öl- und Acrylmalerei ein, verfeinert mit keckem Pinselstrich, und diese Bildern scheinen dem Betrachter schelmisch zuzuzwinkern. Auch die Wolmirstedter Sparkasse ist in ein Gemälde gebettet, noch spannender aber ist Elena Eglis visuelle Botschaft zur 1000-Jahr-Feier der Stadt.

" Ich habe bei meiner Recherche festgestellt, dass alles vergänglich ist ", sagt Elena Egli, " die Menschen, die Gebäude, die Landschaft. Was immer bleibt, ist das Geld. " Also suchte sie Bilder von Münzen der vergangenen tausend Jahre, sie fand sogar welche aus ottonischer Zeit. Nun umtanzen die Fotos der Münzen das Bild unserer Schlossdomäne wie Schneeflocken. Elena Egli bereitet sich auf jede Ausstellung besonders vor, fotografiert, recherchiert, und so ist jede Ausstellung auch eine Hommage an den Ort. " Als ich in Wanzleben die Sparkasse fotografierte, habe ich mir den Fuß verknackst ", sagt sie und setzt auf der Treppe der Wolmirstedter Filiale jeden Schritt sehr behutsam.

Etwas forscher geriet dagegen die Musik zur Vernissage, die spielte Alexander Grey auf dem Akkordeon. Anschließend überreichte er dem Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander eine eigens für Wolmirstedt geschriebene Partitur, die das Stadtoberhaupt der Musikschule schenken will.

Überhaupt war diese Vernissage etwas anders geraten, als sonst. Normalerweise werden Ausstellungen am Nachmittag bei laufendem Geschäftsbetrieb eröffnet. " Diesmal haben wir unsere Gäste am Abend eingeladen, wollten damit eine besondere Atmosphäre schaffen ", sagt Vertriebsstellenleiter Hardy Olschewski.

Mitarbeiter, Kunden und Kunstinteressierte kamen, Stehtische waren gestellt, es gab Sekt und Schnittchen und die Begrüßung durch Vorstandsmitglied Waltraud Boenigk. Trotzdem gehörte der Abend der Künstlerin und die Gäste folgten ihr gern auf der Wanderung an den Bildern auf der Galerie entlang. " Talent, Handwerk, Liebe, Leidenschaft und Lebenskunst, das alles vereint sich in dieser kleinen zierlichen Frau mit ihrem charmant gebrochenen Akzent ", war ein Satz, den Laudator Mario Kindl gern zu Elena Egli sagte.