Zur offiziellen Einweihung des Biomasseheizkraftwerkes konnte Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Dieter Steinecke aus terminlichen Gründen nicht kommen. Doch am vergangenen Freitag nahm er sich Zeit für einen Besuch im Wolmirstedter Bodelschwingh-Haus.

Wolmirstedt. " Eine große Familie stellt sich vor ", so hatten die beiden Bodelschwingh-Vorstände Peter Hugo und Christian Geyer den Besuch von Dieter Steinecke überschrieben. Der Landtagspräsident war zusammen mit dem CDU-Abgeordneten Holger Stahlknecht nach Wolmirstedt gekommen, um sich vor Ort eine der größten Behinderteneinrichtungen des Landes anzuschauen. 270 Mitarbeiter sorgen am hiesigen Standort für mehr als 1000 Menschen, die in Einrichtungen des Bodelschwingh-Hauses lernen, leben und arbeiten.

Steinecke lobte die Qualität der Angebote und das große Engagement der Mitarbeiter. " Ihre Einrichtung hat einen exzellenten Ruf und erfährt landesweit eine hohe Achtung ", ergänzte Stahlknecht. Allerdings müsse auch die Politik dazu beitragen, dass die große Bedeutung von Behinderteneinrichtungen anerkannt und finanziell noch stärker gefördert würde.

Am Standort der Werkstatt in der Angerstraße schauten sich die beiden Politiker dann in den einzelnen Arbeitsgruppen um. Im Berufsbildenden Bereich zeigte Evelyn Baer, wie Rita, Philipp und Franziska aus Einzelteilen Anhänger für Motorradhelme der Firma Schubert fertigen. " Ich finde es lobenswert, dass Unternehmen aus der Region mit der Vergabe von Aufträgen an Einrichtungen wie diese ein Zeichen setzen, sich für die Menschen engagieren ", bemerkte Steinecke während des Rundganges.

Da er an der offiziellen Eröffnung nicht teilnehmen konnte, ließ es sich der Landtagspräsident nicht nehmen, auch einen Blick ins Biomasseheizkraftwerk zu werfen. Werkleiter Matthias Kirchhoff erklärte dem Gast die Technik und zeigte auch das " Herzstück ", einen Computerraum, von wo aus die Anlage bedient wird.

Um einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen unter dem Dach der Bodelschwingh-Stiftung zu erhalten, stand nach einem kurzen Imbiss auch der Besuch der Evangelischen Fachschule in der Parkstraße auf dem Programm. Der Rundgang endete mit einem Zusammentreffen zwischen den dort lernenden Schülern und den Berufspolitikern, wo auch bildungspolitische Fragen angesprochen wurden.

" Ich ziehe den Hut und bin hocherfreut über das Engagement aller Mitarbeiter hier. Auch deshalb, weil Behinderte kein einfaches Klientel sind, hat solch eine Einrichtung unsere Unterstützung verdient ", so Steinecke nach seinem mehrstündigen Besuch, der nach seinen Aussagen nicht der letzte gewesen sein soll.