Im Rahmen der Fortführung und Entwicklung der Innenstadtgestaltung empfahl die Verwaltung die Neugestaltung der Julius-Bremer-Straße. Nach längerer Diskussion und Veränderung der vorgestellten Variante gab der Stadtrat jetzt grünes Licht.

Wolmirstedt. Die Beschlussvorlage zum grundhaften Ausbau der Julius-Bremer-Straße wurde mehrfach in den Ausschüssen diskutiert. Unter den Stadträten herrschte Uneinigkeit darüber, ob man beim Ausbau an einen separaten Radweg denken sollte. Besonders den Mitgliedern der SPD-Fraktion war viel daran gelegen, " die Radfahrer insgesamt und besonders die Schüler von der Straße zu bekommen ", wie Albrecht Greiser auf der Stadtratssitzung betonte.

Die Ausbauvariante, über die der Stadtrat nun abstimmte, war das Ergebnis der vorherigen Diskussion. So soll auf 18 der vorher geplanten 20 Pkw-Stellflächen entlang der Straße verzichtet werden. Dadurch entsteht ein beidseitiger, je circa 2, 50 Meter breiter Gehweg mit der Option " Radfahrer frei ". In den Unterlagen heißt es dazu : " Das Schutzziel für Kinder oder ältere Menschen wird dadurch erfüllt, dass die Radfahrer künftig die Möglichkeit haben, zu wählen, ob sie auf dem Gehweg oder der Straße fahren wollen. "

Diese wird auf einer Länge von 280 Metern in einer Breite von sechs Metern ausgebaut und soll danach in eine Tempo-30-Zone umgewidmet werden. Da die Julius-Bremer-Straße im Randbereich des Stadtgebietes und noch im Sanierungsgebiet liegt, ist man bei den zuständigen Ämtern bestrebt, diesen Straßenbereich " für den Durchgangsverkehr möglichst unattraktiv zu machen ", wie es in der Ergänzung der Beschlussvorlage heißt. Man entschied sich deshalb aus mehreren Gründen, und auch nach einem Beratungsgespräch mit Dieter Frinken von der Kreisverkehrswacht, gegen die Fortführung von 50 Stundenkilometern als zulässiger Höchstgeschwindigkeit. In der Argumentation wurde unter anderem eine dadurch höhere Lärmbelästigung sowie ein vergrößertes Unfallrisiko angeführt. Eine geplante Mittelinsel soll die Verkehrsberuhigung baulich unterstreichen. Frinken sprach sich laut dem Gesprächsprotokoll auch gegen eine separate Radweganlage und für die Errichtung der beidseitigen, großzügigen Gehweganlage aus.

Durch den Wegfall der geplanten Stellflächen verringern sich die Baukosten um fast 29 000 Euro, für die Veränderung der Gehwegbreite entstehen Mehrkosten in Höhe von 14 200 Euro. In der Gesamtrechnung verringern sich die mit ursprünglich rund 745 000 Euro angegebenen Baukosten um fast 15 000 Euro.

Die Planung beinhaltet Sichtschutz für Wertstoffcontainer, Bänke und Papierkörbe. Im Bereich der derzeit unbebauten Grundstücke soll durch das Anpflanzen von Bäumen der Straßenraum optisch wieder geschlossen werden. Auch zwischen Gehweg und Fahrbahn ist Begrünung vorgesehen. Der Fußgängerüberweg vor dem Senioren-Wohnpark ist Bestandteil des Schulwegekonzeptes und bleibt erhalten.

Die Frage von Heinz Maspfuhl ( SPD ), ob man den Parkplatz gegenüber der Jahnhalle im Zuge der Baumaßnahme gleich mit befestigen könnte, wurde verneint. Dr. Zander erklärte, dass ursprünglich geplant gewesen sei, diese Freifläche für Wohnbebauung vorzuhalten. Das dies bisher noch nicht passiert ist, sei laut Zander kein Grund, diese Pläne zu verwerfen. " Bei der Jahnhalle hätte vor Jahren auch niemand daran gedacht, dass diese mal wieder so schön saniert und genutzt wird ", entgegnete er den Zweiflern.