Jenia Nekraschewitsch, 12, Weronika Mazur, 10, und Natalja Schwetschuk, 11, aus dem weißrussischen Pinsk fühlen sich richtig gut aufgehoben im Landkreis. Dennoch kommt nach knapp drei Wochen verständlicher Weise Heimweh auf, freuen sich die drei kleinen Mädchen auf ihre Familien.

Wolmirstedt. " Wenn wir am 18. Dezember mit dem Zug wieder in Richtung Bresk aufbrechen ", so versichert Musiklehrerin Elena Zubarava nachdrücklich, " dann geschieht dies mit einer Vielzahl an schier unglaublichen Erlebnissen und dem Gefühl, jederzeit im Bördekreis willkommen zu sein. "

" Der Verein " Kinder von Tschernobyl " organisiert seit 1991 Aufenthalte für bedürftige Kinder im Landkreis Börde. Und die Regionalgruppe Ohrekreis hat diesmal mitten hinein in die Adventszeit drei Musikschülerinnen mit ihrer Lehrerin in den Landkreis eingeladen. Ingrid Kirchner ist nicht nur die engagierte Vereinsvorsitzende, sondern in diesem Fall einmal mehr die einfühlsame Ersatzmutter : " Die drei Mädels sind mit ihrer Lehrerin bei mir untergekommen. Ich denke, sie fühlen sich recht wohl. " Es gibt Einspruch. Elena Zubarava, die inzwischen das sechste Mal im Altkreis weilt, kann das nicht so unkommentiert stehen lassen : " Wir fühlen uns in Meseberg fast wie daheim. Uns schlägt im Hause Kirchner, und nicht nur hier, große Herzlichkeit, Wärme und Zuneigung entgegen. "

Am 30. November kamen die vier weißrussischen Gäste in Deutschland an, am Freitag ist die Heimreise geplant. Und die Zeit dazwischen, so die Regional-Vorsitzende, war und ist angefüllt mit zahlreichen Auftritten der jungen Künstler, " und sicherlich gehörte der Auftritt in Wolmirstedt vor den Seniorinnen im Katharinensaal zu den Höhepunkten ".

Absolut alle Gäste waren begeistert, wie die Vorsitzende der Volkssolidarität, Carin Oelze, versichert. Und nicht nur, weil sie Weihnachtslieder in russischer Sprache hörten. Die drei Mädchen, die an ihrer Schule als Fremdsprache Englisch haben, studierten für ihre Gastgeber fünf deutsche Weihnachtslieder ein. " Das zahlt sich aus. Denn für ihre Auftritte bekommen die kleinen Sängerinnen Gage ", berichtet Ingrid Kirchner. " Und jeder Cent und jeder Euro wird in der Heimat dringend benötigt und soll letztlich dazu verwendet werden, die finanziellen Löcher an der 1. Musikschule in Pinsk zu stopfen. "

Wie die drei jungen Künstlerinnen, die übrigens erstmals in Deutschland weilen, erzählen, blieb zwischen den einzelnen Auftritten aber immer genügend Zeit, auf Entdeckungstour zu gehen, Land und Leute kennenzulernen. So besuchten sie die Weihnachtsmarkt in Magdeburg, erkundeten Thale und Quedlinburg, werden noch in dieser Woche im Spaßbad " Nautica " abtauchen. Sichtlich angetan waren sie vom Besuch auf der Schlossdomäne in Wolmirstedt. " Eine Kulisse ", wie die Musiklehrerin verschmitzt meint, " bei der sich selbst Väterchen Frost wohlfühlen würde. "