Wolmirstedt. " Guten Rutsch !" oder " Einen guten Rutsch ins neue Jahr !", ist ein im deutschsprachigen Raum viel verbreiteter Silvester- beziehungsweise Neujahrgruß. Damit wünscht man Stunden vor dem neuen Jahr seinem Gegenüber, dass er gut und wohlbehalten in das neue Jahr kommen möge. Gestern, auf diese langjährige gute Tradition angesprochen, kam dieser Gruß recht spärlich. Doch das hatte einen einzigen Grund – die Straßen waren nach dem erneuten Wintereinbruch aalglatt. Und jeder, der unterwegs war, hoffte inständig ohne Blessuren nach Hause zu kommen. Dennoch wurde die Redaktion einer langen und guten Tradition gerecht und fragte ( willkürlich ) Passanten, was sie sich für das neue Jahr wünschen. Und um vorweg bereits ein Resümee zu ziehen, da war in erster Linie von Gesundheit, Frieden, aber auch Beständigkeit

die Rede. Doch so kurz vor dem Jahreswechsel

gab man die kleinen und die privaten Wünsche

preis.

Obwohl gerade Nadine Wrede, 28 Jahre, Einzelhandelskauffrau aus Wolmirstedt, nicht wirklich einen Wunsch hatte : " Wenn das Jahr 2010 genauso wie das vergangene verläuft, ohne Höhen und Tiefen, dann ist das schon in Ordnung. " Doch dann hatte sie noch einen Wunsch : " Weiter Erfolg in der Arbeit. "

Christine Gierth, 59 Jahre, Floristin, möchte man meinen, sollte eigentlich das Glück gepachtet haben. Die Floristin verkaufte gestern ungezählte Töpfe mit Glücksklee, dekoriert mit einem zweiten Glücksbringer, dem Schornsteinfeger. Ganz so euphorisch war die Wolmirstedterin aber doch nicht, " doch unzufrieden bin ich auch nicht. Ich habe Arbeit und bin gesund, was will man mehr. " Mehr Sicherheit, wünscht sie sich, zumindest was den Arbeitsplatz betrifft.

Dirk Bauermann, 49 Jahre, Berufskraftfahrer, war gestern Vormittag nicht wirklich glücklich :

Denn sein Lottoschein, den er einlöste, war wieder einmal eine Niete. " Dennoch, wenn auch nur sporadisch, werde ich erneut 2010 mein Glück immer wieder herausfordern, weiter Lotto spielen ", verrät der gelernte Elektriker. " Der größte Wunsch, den ich aber habe, dass meine Eltern gesund bleiben. Im kommenden Jahr wollen wir nämlich gemeinsam nach Alaska fliegen. Und darauf freue ich mich riesig. "

Doch dann kommt der Mann noch einmal zurück und meint : " Einen Wunsch, den wohl jeder Kraftfahrer hat, habe ich noch, stets gesund nach Hause kommen. "

Was das Jahr 2010 betrifft, sieht Heinz Pietsch, 75 Jahre, gestandener Lindhorster, nun nicht gerade schwarz, jedoch " läuft sicherlich nicht alles rund ", versichert er. Was man aber dabei wissen muss, der rüstige Rentner ist ein eingefleischter Handball-Fan : " Ich weiß gar nicht genau, wie lange ich schon dem SCM die Treue halte, aber was jetzt in Magdeburg passiert, macht mich ein wenig skeptisch ", betont der 75-Jährige. " Aber vielleicht geschieht 2010 handballerisch das ganz große Wunder. "

Auf Kontinuität setzt dagegen Dieter Pfennig, 71 Jahre, " Ich denke, gerade in diesem Jahr hat Wolmirstedt mit der 1000-Jahr-Feier gezeigt, was man bewegen kann, wenn man gemeinsam in eine Richtung zieht. Wenn dieser Elan in das neue Jahr hinüber gerettet werden kann, dann dürfte nicht nur ich allein recht zufrieden sein. "