In die völlig neue kommunalpolitische Struktur der Einheitsgemeinde wählen am Sonntag, dem 29. November, die 14 968 wahlberechtigten Bürger der Hohen Börde ( ausgenommen Rottmersleben und Bornstedt ) ihre Volksvertreter. Sie bestimmen die Zusammensetzung des Einheitsgemeinderates und wählen eine ( n ) neue ( n ) hauptamtliche ( n ) Bürgermeister ( in ).

Irxleben / Hohe Börde. Ohne die Zustimmung des neuen zentralen Gemeinderates der Einheitsgemeinde wird sich ab dem nächsten Jahr wohl wenig in den zwölf Mitgliedsortschaften bewegen. Das liegt in der vom Land gewollten Struktur und Entscheidungskompetenz dieses politischen Gremiums begründet. Vor allem die maßgebliche finanzpolitische Entscheidungshoheit des neuen Gemeinderates wird die entscheidende Hürde etwa bei Investitionen in den Ortschaften sein. Deshalb mahnt der von der Wahlkommission berufene Gemeindewahlleiter Eckhard Pollmer alle Wähler und Kandidaten – von Bebertal bis Niederndodeleben : " Der Einheitsgemeinderat hat nicht nur größere Befugnisse als der bisherige Gemeinschaftsausschuss der Verwaltungsgemeinschaft, auch die neu zu wählenden Gemeinderäte müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Verantwortung für das Ganze ein größeres Maß an Selbstüberwindung kleinlicher Interessen der bisherigen selbständigen Gemeinden ( späteren Ortschaften ) fordert. ‚ Einer trage des anderen Last ‘ muss das Motto im Einheitsgemeinderat sein. Nur so, mit Vernunft und Augenmaß, sind die anstehenden Probleme zu lösen, auch wegen des Problems der finanziellen Ausstattung der neuen Großgemeinde. Die kommende Wahl hat außerordentliche Bedeutung für alle Bürger. Deshalb sollte auch allen Bürgern bewusst sein, worum es eigentlich bei dieser Wahl geht. "

128 Kandidaten treten auf 8 Wahllisten an

Um die 28 Abgeordnetenplätze bewerben sich insgesamt 128 Kandidaten aus allen 12 ( heute noch selbständigen ) Gemeinden. Die Gemeinden Rottmersleben und Bornstedt nehmen aufgrund ihrer Beschlüsse zur Gemeindegebietsreform nicht an dieser Wahl teil. Die 128 Kandidaten treten auf 8 verschiedenen Wahllisten an. Neben den fünf etablierten Parteien CDU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90 / Die Grünen treten drei weitere Wählergruppen an : die " Aktiven Bürger Hohe Börde ", die " Freie Wählergemeinschaft " und die Bebertaler " Wählergemeinschaft Feuerwehr ". In den kommenden zwei Wochen wird die Volksstimme alle Wählergruppen und Parteien mit ihren Kandidaten und Programmen vorstellen.

Ziel sollten tragfähige

Kompromisse sein

Seit Dienstag stehen auch die Kandidaten für das hauptamtliche Bürgermeisteramt fest. Sechs Bewerber werden antreten ( siehe Kasten ). Zur Bedeutung des Bürgermeisteramtes meint Wahlleiter Pollmer : " Der neu zu wählende Bürgermeister ist innerhalb der Einheitsgemeinde besonders gefordert. Denn : Verteilungskonflikte zwischen den Ortschaften sind vorprogrammiert. Das erfordert auch und gerade vom Bürgermeister ein pragmatisches und realistisches Handeln und verlangt eine neue Qualität der Auseinandersetzung im neuen Gemeinderat. Auf kommunaler Ebene geht es weniger um die ‚ große Politik ‘, sondern vielmehr um die Wahrnehmung der Interessen der Bürger in den Ortschaften unserer neuen Gemeinschaft. Ziel muss es sein, tragfähige Kompromisse zu finden. "

An die Adresse der Wähler in der Hohen Börde richtete Eckhardt Pollmer den Appell : " Wenn mündige Bürger bewusst Verantwortung für die Gestaltung ihrer Einheitsgemeinde übernehmen wollen, sollten sie auf jeden Fall am 29. November zur Wahl gehen. "