Jahrelang hat man darüber diskutiert, wie man die Farsleber Kindertagesstätte " Weinbergwichtel " um- oder ausbauen könnte, um dem gestiegenen Platzbedarf zu entsprechen. Durch Fördermittel aus dem U 3-Programm des Bundes zur Förderung von Investitionen in Kindergrippen wird aus den Plänen jetzt Wirklichkeit. Vor einer Woche rückten in der Kita an der Wolmirstedter Straße die Baufahrzeuge an.

Farsleben. Wenn sich Tobi, Leni, Anabell und die anderen Kinder aus der Zwergengruppe der " Weinbergwichtel " für das Spielen an der frischen Luft anziehen, sind es nicht der Sandkasten oder die Klettergeräte, die sie interessieren. Der erste Weg der Kinder führt zu dem Zaun, der um die Baustelle an der Rückseite der Farsleber Kindertagesstätte aufgestellt wurde. Da wird gebaut, für die ganz Kleinen ", erklärt Anabell, weshalb die großen Baufahrzeuge neben dem Spielplatz angerückt sind.

Offizieller Beginn für den Umbau der Kita war am 22. Oktober. Seitdem wurden die ersten Erd- und Fundamentarbeiten begonnen. " Immer zur Mittagszeit pausieren die Bauarbeiten aber. Schließlich sollen die Kinder in Ruhe ihren Mittagsschlaf machen können ", erklärt Liane Villard vom Planungsbüro Lauenroth und Partner einen wichtigen Aspekt, der zu beachten war. Laufen doch die Baumaßnahmen bei normalem Kita-Betrieb. Bis zum Ende dieser Woche soll auch die Bodenplatte eingebaut sein, bevor mit den Maurerarbeiten begonnen wird. " Geplant ist, dass der Rohbau bis Mitte Dezember fertig ist ", erklärt die Planerin. Die Fertigstellung des Bauvorhabens, das am Ende eine Netto-Grundfläche von knapp 200 Quadratmetern aufweist, wird mit Ende Februar 2010 angegeben.

Angegliedert an das bestehende Gebäude wird für die Krippen-Kinder ein Kubus angebaut. Im Neubau finden ein Ruheraum, ein Abstellplatz für die Kinderwagen, ein neuer Waschraum, ein Abstellraum, eine Garderobe mit neuen Regalsystemen und Kleiderhaken sowie Schlaf- und Spielecken Platz. Durch einen Flur wird der Anbau mit dem bestehenden Hauptgebäude verbunden. Der Eingang zum Krippen-Neubau soll von nordöstlicher Seite her erfolgen.

Auf der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrates bat Klaus Mewes ( Unabhängige Wählergemeinschaft Farsleben ), dass man über die Farbgestaltung der Außenfassade Alternativvorschläge vorstellen möge. " Die bisherige Farbwahl mit blau und gelb passt nicht ins Ortsbild ", argumentierte der Fraktionsvorsitzende. " Auf einer Elternkuratoriumsversammlung wurde dann festgelegt, dass die Eltern Vorschläge zur Farbgestaltung des Innenbereiches machen und im Ortschaftsrat Vorschläge zur Farbgestaltung der Außenfassade diskutiert werden sollen ", erklärt Mewes, der bei der Sitzung im Kindergarten anwesend war.

Andrea Weimeister von der " Sozialen Bürgerinitiative Glindenberg gGmbH ", in deren Trägerschaft sich die Kita " Weinbergwichtel " befindet, hat zusammen mit dem Planungsbüro die vorliegende Variante erarbeitet. " Es handelt sich um ein ausgeklügeltes Konzept, wobei in der Gestaltung der Außenfassade die Farben aufgegriffen sind, die auch innen verwendet werden, um einen Bogen vom Außen- zum Innenbereich zu schlagen. " Die Geschäftsführerin erklärt, dass es nach dem ersten Treffen in der Kita mittlerweile eine weitere Zusammenkunft gegeben hätte. Dabei wurde bezüglich der Gestaltung " ein großes Einvernehmen zwischen den Eltern, dem Träger sowie der Stadt als Bauherren " festgestellt. " Mit ganz dezenten Farben sind wir als Träger nicht einverstanden, wir sind der Meinung, dass sich eine Kita schon aus dem Ortsbild herausheben sollte. Aber die Eltern und Kinder können noch Vorschläge machen ", so Andrea Weimeister gestern auf Volksstimme-Nachfrage.

Schweinchenrosa oder Himmelblau – wer sich ein Eigenheim baut, kann die Fassade so gestalten, wie er möchte. Wer bezahlt, bestimmt ! Bei öffentlichen Gebäuden ist diese Regel allerdings streitbar. Sind doch Räte und Ausschüsse auch dazu da, ihre Meinung zu Bauvorhaben in der Stadt oder Ortschaft kundzutun. Auch, wenn einem diese vielleicht nicht gefällt. Konstruktive und vor allem frühzeitige Kritik muss gehört – und darf nicht einfach ignoriert werden. Umso besser, dass die Eltern, deren Kinder ihre Tage in der Kita verbringen, ihre Meinung äußern können. Dass es nach Jahren der Diskussion endlich mit dem Umbau geklappt hat, freut schließlich alle. Da sollte man die positive Stimmung nicht durch die falsche ( Farb ) Wahl verderben.