Ungewohntes Ackergerät dröhnte am vergangenen Freitag entlang der Bundesstraße B 1. Zwischen dem Abzweig Wellen und der Ortslage Eichenbarleben durchfurchte ein Pflug der besonderen Art den Bördeboden. Der WWAZ verlegte dort eine neue Trinkwassererleitung.

Eichenbarleben / Wellen. Wo sonst die Bagger Schritt für Schritt Platz für die Verlegung von Kanälen schaffen, grub sich am Freitagnachmittag ein ungewöhnlicher Pflug in die Erde. Eine mächtige knallblaue Öse verschwand im Inneren des Baupfluges.

Bauleute verlegen

Kanal auf 2 800 Metern

Der Pflug verlegte den Kanalschlauch aus flexiblem Kunststoff im Handumdrehen im Erdreich. " Diese Art der Kanalverlegung spart viel Zeit und auch Kosten ", betonte Heinz Ehrecke, Projektleiter vom Magdeburger Ingenieurbüro Langhoff, der die Erneuerung der Trinkwasserleitung im Auftrag des WWAZ an der Bundesstraße überwacht.

Die Länge der gesamten erneuerten Tasse beträgt 2 800 laufende Meter. 2 400 Meter der neuen Trinkwasserleitung werden mit Hilfe des Pflugverfahrens direkt im Erdboden verlegt. Auf 300 Metern Rohrlänge wird der Kanal auf herkömmliche Weise mit dem Bagger, weitere 100 Meter werden mit Hilfe des so genannten Spülbohrverfahrens verlegt. Beim Spülbohrverfahren wird das Rohrloch mit einem Bohrer unterirdisch ausgehöhlt, der Kanal folgt dem Bohrer gleich im Anschluss in das Erdreich.

Marode Leitung macht Erneuerung notwendig

Grund für die Erneuerung des Trinkwasserkanals in dem besagten Bereich ist der marode bauliche Zustand des alten Zählerschachtes einschließlich sämtlicher vorhandenen und verschlissenen technischen Einrichtungen. In den alten Leitungen hatten vorhandene Lecks und erhöhte Korrosion in den Stahlleitungen zu einer Verminderung der Wasserqualität geführt. Erneuert wird die aus Irxleben kommende Leitung zum einen zwischen dem B 1-Abzweig nach Wellen bis zum Verteilerpunkt ( Abzweig Mammendorf ). Am Mammendorfer Abzweig errichten die Bauleute einen neuen Verteilerschacht mit Zähleinrichtung. Der alte Schacht wird abgerissen. An den neuen Verteilerschacht werden die bereits erneuerten Trinkwasserleitungen nach Mammendorf und nach Ochtmersleben angebunden. Die Ortslagen Mammendorf und Ochtmersleben bleiben bis zum Umschluss an die neue Leitung über die vorhandenen technischen Einrichtungen am Wassernetz. Zwischen dem Mammendorfer Abzweig und dem Verteilerpunkt in der Ortslage Eichenbarlebern wird die neue Trinkwasserleitung fortgesetzt Der Anschluss in Eichenbarleben wird über das besagte Spülbohrverfahren realisiert, die im Bereich der Trinkwassertrasse querenden Wege sowie an den Anschluss- und Verteilerknoten wird mit Baggern gearbeitet.

Nach Abschluss der Bauarbeiten bleiben die alten Leitungen im Bereich des geplanten B 1-Radweges zwischen dem Wellener Abzweig und Eichenbarleben in der Erde und werden verdämmert. Der Rest der Leitungen wird zurückgebaut.

Die Kosten für das WWAZVorhaben belaufen sich Ehrecke zufolge auf etwa 200 000 Euro und sollen Ende November, Anfang Dezember abgeschlossen werden.