Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland ( BUND ) nahm am Sonnabend im Rahmen seiner Alleenkampagne zwischen Barleben und Elbeu Baumpflanzungen vor. An der dortigen Kreisstraße kamen 25 Winterlinden in die Erde. Die Aktion war mit dem Eigenbetrieb des Landkreises für Straßenunterhaltung und der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Barleben. Georg Schulze aus Meseberg hatte sich mit einem Spaten ausgerüstet und diesen Termin rot in seinem Taschenkalender angestrichen. Der Bienenfreund gehörte zu fleißigen Helfern, die mit Melanie Medau-Heine von der Landesgeschäftsstelle des BUND Sonnabend früh sieben-, achtjährige Winterlinden in die Erde brachten. Schulze freute sich, dass die Honig produzierenden Insekten damit neue Weidemöglichkeiten erhalten. Mitglieder des BUND hatten bereits im 20. Oktober anlässlich des bundesweiten Tages der Allee an dieser Stelle die ersten fünf Bäume gepflanzt, nun folgten weitere 25.

Maßgebliche Unterstützung bei seiner Aktion am Sonnabend erhielt der BUND durch die Baumschule Büttner aus dem Brettin im Jerichower Land. Sie lieferte nicht nur die Bäume, sondern Firmenchef Lars Büttner saß höchstpersönlich im Cockpit eines Minibaggers und hob die 60 Zentimeter tiefen Pflanzlöcher aus. Die Ortsgruppe Barleben des Naturschutzbundes stand ebenfalls hilfreich bei der Ausführung der Baumpflanzung zur Seite. Jörg Brämer und seine Mitstreiter übernahmen das Angießen der Bäume und werden sich auch um ihre Pflege kümmern.

Eine derartige Allee wie sie nun an Kreisstraße zwischen Barleben und Elbeu heranwächst, ist Lebensraum vieler, teils bedrohter Tierarten. Mit der Prämierung einer Allee des Jahres macht der BUND alle zwölf Monate auf die Gefährdung von Alleebäumen aufmerksam. In vielen Regionen, vor allem im Westen Deutschlands, sind Alleen bereits aus dem Landschaftsbild verschwunden. Dabei sind sie nicht nur schützenswerte Bestandteile der Kulturlandschaft – sie leisten auch einen unschätzbaren Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, verbinden natürliche Lebensräume miteinander. Gefährdet sind Alleen vor allem durch den Straßenausbau, rigorose Schnittmaßnahmen und Tausalze des Winterdienstes. Allein im Nachbarland Brandenburg ist der Alleenbestand in den letzten fünf Jahren von 12 000 auf 8 000 Kilometer geschrumpft. Deutschlandweit gibt es aktuell noch geschätzte 23 000 Kilometer Alleen. Bei seiner Alleenkampagne kann der BUND in Sachsen-Anhalt unter anderem auf die Unterstützung durch Lotto- und Toto-Gesellschaft bauen.