Am 29. November wählen die Bürger aus zwölf Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Börde einen hauptamtlichen Bürgermeister für die Einheitsgemeinde Hohe Börde. Die Volksstimme gibt allen sechs Kandidaten die Möglichkeit, auf vier Fragen zu antworten. Heute antwortet Eckhard Marschke.

Volksstimme : Was qualifiziert Sie für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Hohen Börde ?

Marschke : Mit meiner Bewerbung stelle ich mich einer neuen beruflichen Herausforderung. Aufgrund meiner bisherigen 17-jährigen Berufserfahrung im Verwaltungsamt Hohe Börde erfülle ich alle Vorraussetzungen für dieses Amt und habe als Mitarbeiter des Ordnungsamtes ständig Kontakt mit den Bürgern aller Mitgliedsgemeinden.

Von frühester Kindheit habe ich mich für mein Heimatdorf interessiert und engagiert. Seit meinem 16. Lebensjahr engagiere ich mich ehrenamtlich in Groß Santersleben und im Sportfachverband im Landkreis. Ich bin Vorsitzender des SSV Groß Santersleben Hermsdorf. Des weiteren bin ich seit 2006 ehrenamtlicher Schöffe. Meine persönlichen und beruflichen Werte sind Transparenz und Offenheit, Zuhören und Verstehen können, hart in der Sache, aber fair im Umgang mit den Menschen zu sein, gerecht und unparteiisch und verlässlich handeln, kreative Lösungen suchen sowie überflüssigen Formalismus auszuschließen. Das Amt des Bürgermeisters verlangt neben Fachkompetenz, Sachlichkeit auch die Fähigkeit zu ausgleichender Menschenführung.

Volksstimme : Wie wollen Sie die Hohe Börde für ihre Bürger lebensund liebenswerter machen ?

Marschke : Die Gestaltung der neuen Einheitsgemeinde kann nicht durch den Bürgermeister allein, sondern nur gemeinsam mit dem Gemeinderat und allen Bürgern erfolgen. Mir liegt die Mitbestimmung der Bürger am Herzen. Nur wenn die Bedürfnisse und Interessen der Bürger bekannt sind, kann die weitere Entwicklung der Einheitsgemeinde Hohe Börde gefördert werden. Wichtig ist aber auch der Erhalt der vielen Ortsvereine und -verbände. Nur durch sie findet ein Dorfleben statt. Hier gilt es, auch in Zukunft weiter in die Betreuung und Förderung der Kinder- und Jugendlichen aber auch unserer älteren Bürger zu investieren. Wichtig hierbei ist der Erhalt der Freizeit-, Sport- und Begegnungsstätten in unseren Orten, aber auch der Kindergärten, Schul- und Feuerwehrstandorte. Für die Verwaltung gilt, ihren Dienstleistungsauftrag weiterhin bürgerfreundlich und in kurzer Zeit zu erfüllen.

Volksstimme : Wie gehen Sie mit der Schuldenlast zum Start der Einheitsgemeinde um ?

Marschke : Einzel- und Gruppeninteressen müssen sich im Rahmen einer gerechten Abwägung einem Gesamtinteresse unterordnen, sofern nicht in besonders begründeten Einzelfällen Sonderregelungen Vorrang haben. Da in fast allen Gemeinden noch vor der Bildung der Einheitsgemeinde neue Baumaßnahmen begonnen haben, wird eine schwere Hypothek auf dem neuen Einheitsgemeinderat lasten. Es gilt, diese begonnenen Aufgaben im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mittel im Jahr 2010 zum Abschluss zu bringen. Neue Vorhaben können erst dann begonnen werden, wenn die finanziellen Haushaltsmittel vorhanden sind und der Einheitsgemeinderat entsprechende Beschlüsse gefasst hat.

Volksstimme : Welches Rezept haben Sie für die Harmonisierung der zu erwartenden stark ortschaftlich geprägten Interessessen im neuen zentralen Einheitsgemeinderat ?

Marschke : Dies wird eine der schwersten Aufgaben. Es ist wichtig, die Interessen der Ortschaftsräte bei den Entscheidungen des neuen Gemeinderates zu berücksichtigen. Die Entscheidungsbefugnis liegt aber allein beim neuen Einheitsgemeinderat. Dabei kommt bei der Zusammensetzung des neuen Rates dem Bürger mit seiner Wahl am 29. November besondere Bedeutung zu. Der neue Gemeinderat muss beschließen, welche Maßnahmen wo und wann notwendig sind, wobei die Haushaltsund Kassenlage zu beachten ist. Nur wenn es uns gelingt, kurzfristig aus dem " Ich " ein " Wir-Gefühl " zu entwickeln, werden wir bald eine starke Einheitsgemeinde haben.