In Sachsen-Anhalt sind am Mittellandkanal derzeit noch zirka 14 Kilometer Streckenausbau durchzuführen. Mit dem weiteren Ausbau der Stadtstrecke Haldensleben bis zum neuen Sicherheitstor wurde im Sommer 2009 begonnen. Die restlichen Strecken werden voraussichtlich bis 2012 ausgebaut sein. Der Neubau der Eisenbahnunterführung bei Elbeu ist für den Zeitraum 2010 bis 2012 vorgesehen. Augenblicklich liegt der Planfeststellungsbeschluss aus. Von Klaus Dalichow

Elbeu. Eine Wasserstraße wie der Mittellandkanal leistet Erhebliches zur Entlastung des Straßenverkehrs. Allein ein großes Güterschiff ersetzt bis zu 70 Lkw und verringert damit die Staugefahr auf den Fernstraßen.

Im Vorjahr wurden zwischen Wolfsburg und Magdeburg 9, 4 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das ist neuer Rekordwert. Überproportional zugelegt hat der Transport von Containern auf dem Kanal. Die Schifffahrtsverwaltung geht davon aus, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt und den in frühen 90 er Jahren begonnenen Ausbau des Kanals rechtfertigt.

Ein ziemlich kniffliger Teil des Verkehrsprojektes steht noch an : die Erneuerung der 80 Jahre alten Eisenbahnunterführung bei Elbeu. Die künstliche Wasserstraße kreuzt hier die Hauptstrecke der Deutschen Bahn von Magdeburg nach Stendal. Der Plan für den Neubau der Unterführung wurde Ende September behördlicherseits ( Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte ) festgestellt.

Der Feststellungsbeschluss ist mit einer Ausfertigung der Planungsunterlagen in der Stadtverwaltung Wolmirstedt ( Bürgerbüro ) noch bis zum heutigen 24. November ausgelegt. Auch in der Gemeinde Barleben, der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide, der Gemeinde Niedere Börde findet die Auslegung seit dem 11. November zwei Wochen lang zu den üblichen Sprechzeiten statt.

Das Bauvorhaben umfasst im Wesenlichen den Abbruch der alten Unterführung und ihren Neubau. Parallel zur vorhandenen Kanalachse soll auf der Südseite eine einschiffige Ausweiche gebaut werden. Da sowohl die Bahn als auch die Schifffahrtsverwaltung nur kurzzeitige Unterbrechungen der Verkehrswege zulassen, stellte sich diese Lösung als Vorzugsvariante heraus.

Sobald die neue Fahrt betriebsbereit ist, wird der Kanal über der Unterführung durch Querdämme abgeriegelt. Dadurch können Abbruch bzw. Neubau risikolos im Trockenen erfolgen. Weiterhin sollen im Zuge des Bauvorhabens auf einer Strecke von knapp dreieinhalb Kilometern im Bereich der sogenannten " hohen Dammstrecke " die Dammfüße ertüchtigt werden. Damit werden die erhöhten Anforderungen an die Standsicherheit von Dämmen von Bundeswasserstraßen erfüllt.