Wolmirstedt. Wer es nicht selbst erlebt hat, der kann die ehrliche Freude und Ausgelassenheit bei den Kindern und die außergewöhnliche Kreativität der Studenten nur schwer nachvollziehen. Tatsache aber war, die " Imaginata piccola " erlebte ihre vierte Auflage an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik. Und die Begeisterung beiderseits war wie erwartet groß.

Im November ist an der Evangelischen Fachschule Reisezeit angesagt. Seit 2006 unternehmen die künftigen Sozialpädagogen des ersten Lehrjahres, in diesem Fall die Klassen 9 a und 9 b, eine Expedition ins " Land der Wahrnehmungen ".

Es ist aber niemals eine Reise ins Ungewisse, denn sie wird von den jungen Frauen und Männern im Vorfeld akribisch vorbereitet – immer ein wenig schrill, sehr innovativ und dennoch, darauf legen vor allem die Lehrer großen Wert, pädagogisch so richtig wertvoll. Und in dieser beispiellosen Vielfalt sieht Dr. Gisela Krohn, die bewährte Projektverantwortliche, den großartigen Erfolg des " Unternehmens ".

Die Reise ins Land der Wahrnehmungen war bereits zum vierten Mal gebucht und der " Zug " bis auf den letzten Platz gefüllt. Und einmal mehr hatten die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätten der Ohrstadt ganz vorn in der ersten Reihe Platz genommen. Der Grund ist so simpel wie einfach : Welches Kind hat an einem Vormittag die Chance, auf dem Jahrmarkt der optischen Wahrnehmungen zu wandeln, gleich nebenan den Schmeckschnüfflern auf der Spur zu sein, sich ohne Umwege durch das Wirr-Warr-Labyrinth zu finden oder für wenige Augenblicke im Reich der Feen und Kobolde einzutauchen ? Was in den einzelnen Klassenräumen der Fachschule für die kleinen Besucher so märchenhaft Form und Gestalt annahm, hatten die Studenten des ersten Studienjahres im Unterricht, aber vor allem in der Projektarbeit akribisch vorbereitet.

Wie Dr. Gisela Krohn bei einem Rundgang durch die " Zauberwelt " betonte, war alles letztlich nur einer Aufgabe untergeordnet, nämlich die Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten der künftigen Erzieher, aber vor allem die der kleinen Gäste zu erweitern. " Mit dieser Reise ins Land der Wahrnehmungen beweisen unsere Schüler ", so betonte Dr. Krohn nachdrücklich, " dass sie bereits heute in der Lage sind, sich selbstständig theoretisches Wissen anzueignen und dieses gezielt in der praktischen Arbeit mit den Kindern zu verbinden. "

Den Kita-Kindern hat diese Art der pädagogischen Arbeit augenscheinlich gefallen. Und dass gerade die kleinen Mädchen und Jungen ohnehin gute Beobachter sind, sehen, staunen, aber auch tasten und schnuppern können, zeigten sie nachdrücklich an den sieben Stationen, an denen sie während der kurzweiligen Reise Halt machten.

Da blieb es von den Kleinen fast unbemerkt, dass im Vorfeld der " Imaginata piccola ", der kleinen Wahrnehmungsmesse, jede der Stationen von den künftigen Sozialpädagogen unter den verschiedensten theoretischen Aspekten des Wahrnehmungsphänomens beleuchtet wurde. Der Fahrplan ging auf, waren die Kinder während der " Reise " mal still, ein anderes Mal sehr gespannt und vor allem immer so richtig neugierig – als sie zum Beispiel auf Entdeckungstour in Wald, Wasser und Wüste waren, Zauberern und Feen begegneten, sich durch die Großstadt Berlins kämpften.

Ein Lapsus ist den Schülern der Klasse 9 a und 9 b ganz zum Schluss dann doch noch unterlaufen. Denn keiner konnte tatsächlich sagen, wieviele Kinder unterwegs war. Wie die künftigen Erzieher dagegen sehr selbstkritisch, aber nicht ohne berechtigten Stolz analysierten : Es war aber für alle eine außergewöhnliche Tour, die die Kinder bei ihrer weiteren Entdeckungsreise ins Leben ein ganzes Stück voran gebracht hat.

Wenn es abschließend noch etwas zu sagen gibt, dann vielleicht die Tatsache : Durchweg allen Schülern der Fachschule für Sozialpädagogik waren Spaß und Freude bei der Arbeit mit den Kindern augenscheinlich anzumerken. Und so können die Kita-Leiterinnen der Stadt ( aber eben nicht nur ) bereits heute schon einmal die Tickets für die Reise im kommenden Jahr buchen.