" Willkommen zur Ausstellung der Meistermaler ", hieß es am Dienstag auf der Schlossdomäne. Dort begrüßte Angelika Elstermann, die stellvertretende Schulleiterin des Kurfürst-Gymnasiums, nicht nur jede Menge stolze Eltern, sondern auch zahlreiche Schüler. Deren beste Werke aus dem Kunstunterricht hängen bis ins nächste Jahr hinein im Bürgerhaus aus.

Wolmirstedt. Es ist noch kein Picasso vom Himmel gefallen. Auch große Künstler haben mal klein angefangen. Dass die Schüler des Kurfürst-Gymnasiums im Umgang mit Pinsel, Kreide und Wachsmalstift talentiert sind, das zeigt sich bei der schon traditionellen Ausstellung der besten Arbeiten im Bürgerhaus.

Die wievielte Exposition es ist, das wissen auch die Kunstlehrerinnen Gerrit Pfister, Andrea Behnert und Jeanette Kugler nicht mehr. " Es muss Anfang der 90 er Jahre gewesen sein. Damals war ich Vorstandsmitglied im Schranke-Verein – und da ist es irgendwann passiert, dass wir die besten Schülerarbeiten eines Jahres ausgestellt haben ", erinnert sich Gerrit Pfister. Seitdem wird in jedem Herbst zu einer Vernissage geladen.

Und die Talente wachsen nach. Vor allem die Schüler der kleineren Klassenstufen sind stolz auf ihre Werke, die im gesamten Bürgerhaus zu sehen sind. Die anwesenden Eltern und Großeltern wurden an der Hand durch die Räume gezogen, um vor den Werken ihrer Sprößlinge staunend stehen zu bleiben.

" Das Talent hat sie nicht von mir, ich kann überhaupt nicht zeichnen ", erzählt die Mutti von Ulla Grundler. Das Mädchen aus Glindenberg besucht, genau wie ihre Mitschülerin Rebecca Stein, die Klasse 7 d des Gymnasiums. Im Kunstunterricht befasste sich die Klasse mit dem Thema " Baum und Fantasie ".

Und während Rebecca ihren Baum mit gezeichneten Bonbons versüßte, gab Ulla ihrem Werk den Titel " Wunderbaum ". Die Mädchen zeichnen gern, am liebsten mit Bleistift, allerdings fast ausschließlich in der Schule. " Wenn ein Thema vorgegeben wird, ist es leichter ", erklärt die elfjährige Rebecca. Momentan widmen sie sich dem Thema " Comic ". Gut möglich, dass die dabei entstehenden Arbeiten dann im nächsten Jahr ausgestellt werden.

Die aktuell zu sehenden Werke bleiben voraussichtlich bis Februar im Bürgerhaus hängen. " Das, was am Gymnasium im Kunstunterricht entsteht, hat große Qualität, wir schauen uns das gerne an ", erzählten Renate Seidel und Waltraud Krebs, die den Malzirkel des OK-Live-Ensembles leitet.

Egal ob gedruckt, als Radierung oder Linolschnitt, mit Deckfarben, Kreide oder Wachsstift – " unsere Meistermaler haben wieder erstaunliche Arbeiten vollbracht ", erklärte Angelika Elstermann. Die stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums eröffnete zusammen mit dem Bürgermeister am Dienstagnachmittag die Ausstellung, die zwischen 80 und 100 Arbeiten aus den Bereichen Kunst, Malerei, Grafik und Design zeigt.

" Ganz besonders gelungen sind auch die Projektarbeiten aus der zehnten Klasse ", machte Kunstlehrerin Andrea Behnert neugierig. Die Schüler dieses Jahrgangs haben Schmuck aus Papier gefertig. In den Vitrinen im Foyer des Bürgerhauses liegen bunte Broschen und Halsketten, die sich einige der Besucherinnen wohl am liebsten direkt umgehangen hätten. Doch die Schmuckstücke bleiben unter Glas-Verschluss. Zumindest noch so lange, bis möglichst viele Interessierte die Möglichkeit genutzt haben, sich die Arbeiten des künstlerischen Nachwuchses der Stadt anzuschauen.