Um St. Peter & Paul zu retten, hat sich der Verein Kirchbau und Kulturförderung Barleben einige Aktionen einfallen lassen. Darunter die sogenannten Balkenkopfpatenschaften, je für 500 Euro zu erwerben. Mehr als die Hälfte der 60 zu sanierenden Balken wurden schon vergeben. Die Paten trafen sich am Sonnabend in der Kirche, die ihnen so am Herzen liegt.

Barleben. Ein bedeutendes Jubiläum wurde am Sonnabend in der Barleber Kirche St. Peter & Paul gefeiert. Auf den Tag genau 310 Jahre früher wurde das Gotteshaus nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges und dem Wiederaufbau erneut geweiht. Daran erinnerte Manfred Stieger, Vereinsvorsitzender Kirchbau und Kulturförderung Barleben, als er den anwesenden Paten im feierlichen Rahmen ihre Balkenköpfe überreichte.

Zustand des Daches macht Umdenken nötig

" Beziehungen gehören im Leben dazu, neben den familiären vor allem die Beziehungen zur Heimat. Und dazu gehören das Dorf und die Kirche. " Wie Recht Stieger mit diesen Worten hatte, beweist die große Spendenbereitschaft der Barleber Bürger, wenn es um die Rettung ihrer Kirche geht.

Als sich vor anderthalb Jahren der Kirchbauverein gründete, da dachte man ursprünglich an zahlreiche andere Sanierungsmaßnahmen in dem Gotteshaus, wollte den Fußboden und die Außenfassade erneuern, Wärmedämmung anbringen und eventuell eine Winterkirche anbauen.

Doch eine Nachricht überschattete die Pläne : Das Kirchendach war so marode, dass Einsturzgefahr bestand. 370 000 Euro wurden für die Erneuerung veranschlagt. Geld, das weder der Verein noch die 800 Mitglieder umfassende Kirchengemeinde aufbringen kann.

Also setzte man sich zusammen und überlegte. In einer dieser Runden entstand die Idee, Patenschaften für jeden der 60 maroden und zu erneuernden Balkenköpfe anzubieten. Jede Patenschaft hat einen Wert von 500 Euro. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Balkenköpfe namentlich zugewiesen.

Am Sonnabend erhielten die Spender ( siehe Infokasten ) jeweils ein Holzmodell und eine Urkunde. Nicht nur Manfred Stieger dankte den Menschen, die in die Rettung der Kirche investiert hatten. Auch Pfarrer Johannes Könitz, selbst Pate für den Balken Nummer 3, war voller Dankbarkeit. " Barleben ist ein Ort der Superlativen. Nicht nur, was das Alter der Kirche angeht, auch die Bürger und Spender selbst sind ein Superlativ ", lobte Könitz.

Jetzt sind nur noch 20 Patenschaften übrig

Die Idee mit den Patenschaften ist aber natürlich nicht die einzige Initiative des Vereins, wenn es um die Beschaffung von Geldern für die Sanierung geht. Neben 750 Euro vom Lions Club stellte auch Lotto Toto Geld zur Verfügung. Die 30 000 Euro Fördermittel müssen allerdings binnen eines Jahres verbaut werden. " Deshalb werden wir 2010 mit einzelnen Bauabschnitten beginnen, auch wenn die Gesamtfinanzierung für das Dach noch nicht komplett gesichert ist. Es wäre unverantwortlich, das Geld verfallen zu lassen ", so Stieger.

Die Gemeinde Barleben selbst hat einen Antrag auf Fördermittel für den Verein abgelehnt. " Wie wir alle wissen, muss Barleben derzeit selbst sparen ", erklärte der Vereinsvorsitzende den Anwesenden. " Allerdings hat die Gemeinde die Stützen erworben, die das Dach sichern. Vorher hatten wir diese gemietet, aber dafür 1000 Euro pro Monat zu bezahlen, das konnten wir uns nicht leisten ", ergänzte Stieger.

Pfarrer Johannes Könitz bezeichnete die grauen Stützpfeiler dann augenzwinkernd als " fast romanische Säulen moderner Art " und lud die anwesenden Paten zum gemeinsamen Kaffeetrinken ins benachbarte und vor allem warme Pfarrhaus, wo man über den Fortgang der Sanierung informieren wollte.