Eine Delegation aus Polen weilte für eine Woche in Magdeburg und machte während ihres Aufenthaltes auch einen Abstecher nach Wolmirstedt. Auf dem Hof der Agrar GmbH waren die Landwirte besonders interessiert an der Technik der Biogasanlage.

Wolmirstedt. Fritz-Georg Meyer freute sich riesig über das große Interesse der polnischen Landwirte. Nach dem Mittagessen zeigte er den Gästen zuerst Trogbrücke und Schiffshebewerk, bevor es auf den Hof der Agrar GmbH ging.

Die 28 Männer und Frauen waren aus Ermland-Masuren angereist. Der Kontakt zwischen den Polen und dem Landwirtschaftsministerium war im April dieses Jahres bei einem Vor-Ort-Besuch der früheren Umweltministerin Petra Wernicke geknüpft worden. " Wir interessieren uns vor allem für die erneuerbaren Energien, im speziellen für Windkraft- und Biogasanlagen. Aber auch Solarsysteme und die ökologische Landwirtschaft sind Interessensschwerpunkte bei unserem Besuch ", erklärte Dr. Jaroslaw Sarnowski, Direktor für ländlichen Raum.

Neben dem Erfahrungsaustausch standen während des einwöchigen Besuches in Magdeburg auch Firmenbesichtigungen im Programm, waren die Polen unter anderem bei Enercon in Rothensee. Mit Vertretern des Ministeriums und der Bauernverbände habe man sich außerdem zu Gesprächen getroffen. Die polnische Delegation bestand aber nicht nur aus Landwirten. Mit Edward Przylucki war auch ein Abgeordneter mit nach Sachsen-Anhalt gereist.

Regierung hat Bedenken

In Polen gab es von der Regierungsseite her große Bedenken gegenüber erneuerbaren Energieformen. " Doch die Gesetze ändern sich gerade, es wurden Beschlüsse gefasst, die jetzt umgesetzt werden ", erklärte der Politiker.

Für Fritz-Georg Meyer waren die Gäste aus Polen nicht die erste Gruppe, die er in diesem Jahr auf seinem Hof begrüßen konnte. Anfang Juni schauten schon Studenten der Berliner Humboldt-Universität auf dem Gelände zwischen Wolmirstedt und Glindenberg vorbei.

Austausch als Investition

Den aktuellen Besuch hatte das Magdeburger Ministerium organisiert. Wie Dr. Friedrich Stübner, Referent der Stabstelle des Umwelt- und Agrarministeriums, verrät, gäbe es EU-Richtlinien zur Umsetzung solcher Austauschprojekte.

Neben der theoretischen Wissensvermittlung stünden auch immer Besuche in landwirtschaftlichen Betrieben, so wie dem von Fritz-Georg Meyer, auf dem Programm der Gäste aus dem europäischen Ausland. " Schließlich ist der Erfahrungsaustausch die billigste Investition – auch im regionalen Wettbewerb ", fasste Stübner die Bilanz der Woche zusammen.