Bis zuletzt haben die Verantwortlichen und zahlreiche Mitglieder des Taekwondo-Vereins geschraubt, geschrubbt und wenig geschlafen. Alles, damit das neue Gesundheitsund Leistungszentrum " Speed " gestern wie geplant eröffnet werden konnte.

Wolmirstedt. Während sich die geladenen Gäste der Eröffnungsfeier noch im Foyer der Jahnhalle drängelten, nahm Karl-Heinz Daehre schon mal auf einem der neuen Fitnessgeräte Platz. Sascha Zimmermann, Geschäftsführer des Leistungszentrums, zeigte dem Minister, wie er damit den bei Büroarbeitern oft verspannten Nacken- und Schulterbereich optimal trainieren kann.

Doch deswegen war Daehre gestern nicht gekommen. Nachdem er erst Anfang Juni beim symbolischen Richtfest den Fördermittelbescheid übergeben hatte, sprach er gestern Grußworte bei der Eröffnungsfeier. " Es ist bemerkenswert, zu sehen, was sich hier in der kurzen Zeit alles getan hat und wie durch die Initiative des Vereins ein städtebaulicher Missstand beseitigt wurde ", lobte der Minister. 1, 4 Millionen Euro wurden investiert, 770 000 Euro davon kamen vom Land. " Wir benötigen auch im ländlichen Raum optimale Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Breitensportes in unserem Land ", begründete Daehre, wieso man das Sanierungsvorhaben in diesem Umfang unterstützt hatte.

Dass aus der maroden und seit mehreren Jahren leerstehenden Halle ein modernes Leistungs- und Gesundheitszentrum wird – diese Vision hatten nicht alle. " Ich gebe zu, dass ich die Jahnhalle schon fast aufgegeben hatte, mir der Gedanke an einen Abriss gekommen war ", erklärte Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander.

Doch als das Nutzungs- und Sanierungskonzept im Jahr 2007 auf dem Tisch lag, waren sich die Verwaltung und der Stadtrat einig, dass man die Pläne des Taekwondo-Vereines unterstützen wollte. So kam es, dass die Stadt 150 000 Euro zur Verfügung stellte, um die für das Vorhaben nötigen Eigenmittel des Vereins zu verringern.

" Wir waren uns von Anfang an bewusst, dass wir ein Wagnis eingehen. Aber wir wollten – auch in schwierigen Zeiten – ein Zeichen setzen, zeigen, dass man durch Bündelung vieler Kräfte einiges bewegen kann ", erklärte " Wolves " -Vereinsvorsitzender Gerald Zimmermann. Drei Festangestellte und zehn Pauschalkräfte finden im " Speed " -Leistungszentrum Arbeit. Großes Lob richtete der Vereinsvorsitzende an die zahlreichen Baufirmen aus der Region. Ein besonderer Dank ging auch an Bauleiter Reinhard Schulz und Architektin Margret Pfeiffer, die für das Konzept zur Gestaltung der in der Bevölkerung viel gelobten Außenfassade der Jahnhalle verantwortlich ist. Als letzter Akt wurde auch der Schriftzug der Jahnhalle restauriert und – vom Bahnhof kommend – gut sichtbar angebracht.

Nachdem gestern die offiziellen Gäste die Gelegenheit hatten, sich in der Jahnhalle umzuschauen, lädt das Zentrum heute ( 11 bis 22 Uhr ) und morgen ( 9 bis 20 Uhr ) interessierte Bürger zum Tag der offenen Tür.