Eine groß angelegte Einsatzübung der Stadt- und Ortschaftsfeuerwehren fand am Sonnabend auf dem alten Wolmirstedter Güterbahnhof statt.

Von Claudia Labude

Wolmirstedt. Sonnabend, 9. 15 Uhr, am Gleis 3 des Wolmirstedter Bahnhofes. Zwei junge Mädchen steigen aus dem Zug, der Richtung Stendal fährt. Als sie die beiden Verletzten hinter dem roten Absperrband sehen, werden sie unsicher. " Können wir helfen ?", fragen die Mädchen und atmen erleichtert auf, als sie erfahren, dass es sich um eine Übung handelt.

Stadtwehrleiter Dirk Bischoff, Feuerwehrmann Enrico Rolle und Kreisbrandmeister Horst Nitzer wussten im Vorfeld Bescheid. Bei den insgesamt 35 Kameraden der Stadt- und Ortswehren hatte um 9. 10 Uhr überraschend der Pieper Alarm geschlagen.

" Bei Schweißarbeiten im ehemaligen Güterschuppen kam es zu einer Explosion. Zwei Personen wurden dadurch auf ein Bahngleis geschleudert, die Starkstromleitung ist beschädigt und es gibt mehrere Verletzte im Schuppen selbst ", erklärte Dirk Bischoff die Lage bei der Übung, um die die Deutsche Bahn gebeten hatte. " Für uns eine gute Gelegenheit, die Zusammenarbeit der Wehren und die Koordination bei einer Großschadenslage zu überprüfen ", gab der Stadtwehrleiter die Zielstellung an. Auch die Zusammenarbeit mit den Notfallmanagern der Bahn sollte bei der Übung überprüft werden. Bischoff selbst übernahm, genau wie der Kreisbrandmeister, die Rolle des Beobachters.

So entging ihnen auch nicht, dass die Opfer im Güterschuppen selbst zwar recht schnell gefunden waren und auch die Löscharbeiten zügig begonnen wurden. Die beiden " Schwerverletzten " auf Gleis 3 wurden allerdings erst nach über 25 Minuten entdeckt.

Mit dem Ablauf der fast zwei Stunden dauernden Großschadensübung zeigte sich Bischof im Nachhinein dennoch zufrieden. " Wir haben unsere Schwachstellen erkannt und müssen jetzt die Hausaufgaben machen. Genau das ist ja auch der Sinn von Einsatzübungen ", erklärte der Stadtwehrleiter. Solche Pannen, wie die, dass in der Umgebung des Einsatzortes Opfer übersehen werden, weil keine ausreichende Erkundung der Lage erfolgte, dürften nicht passieren. " Problematisch ist sicherlich, dass bei Übungen auch mal leichtfertig gearbeitet wird und es oberflächlich bleibt ", gibt der Wehrleiter zu. Er weiß allerdings aus langjähriger Erfahrung auch, " dass es im Ernstfall nicht so ist und alle Kameraden dann hochkonzentriert zusammenarbeiten ". Denn solch gravierende Fehler prägen sich ein und würden so nicht wieder vorkommen.