Wolmirstedt. Vergessen ist der Theologe und Pädagoge Christian-Wilhelm Harnisch nicht. Die Wolmirstedter Schule für Lernbehinderte trägt seinen Namen, und jedes Jahr wird ihm zu Ehren ein Gedenklauf veranstaltet, gestern bereits zum 14. Mal.

Gastgeber ist dabei stets die Christian-Wilhelm-Harnisch-Schule, doch auch die Schöne-Schule, die Grundschulen Diesterweg und Gutenberg, sowie die Sekundarschulen Leibniz und Gutenberg hatten ihre besten Läufer an den Start geschickt.

Um 8. 20 Uhr fiel der erste Startschuss. Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander hatte die Pistole gedrückt, und die ersten und zweiten Klassen der Wolmirstedter Schulen rannten über die 3000 Meter lange Strecke auf der Wiese hinter der Schule. Die anderen Klassenstufen folgten etappenweise, und alle Kinder wurden von ihren Mitschülern lautstark angefeuert. Derweil hatten sich Jenny Zimmermann und Dennis Reichert mit einem Kranz auf den Weg zum Elbeuer Friedhof gemacht. Das Gebinde legten sie am Grab von Christian Wilhelm Harnisch nieder.

Mit dem Gedenklauf war der Tag in der Harnisch-Schule noch längst nicht vorüber. Die Sieger wurden ermittelt und vor allen anderen Lehrern und Schülern gehrt. Es gab Sieger in jeder Klassenstufe und Gesamtsieger, Urkunden, Medaillen, einen Pokal. Auf die ersten Plätze in der Einzel-Gesamtwertung hatten es ausschließlich Mädchen geschafft, nämlich Paula Bode, Luzie Fleckstein und Lisa Wille. In der Schulwertung hatte sich die Gutenberg-Grundschule vor der Diesterweg-Grundschule und der Leibniz-Sekundarschule gegen die anderen Schulen durchgesetzt.

Nach so vielen sportlichen Aktivitäten freuten sich die Harnisch-Schüler auf ihr zünftiges Schulfest. " Expedition ins Reich der Sinne " hieß das Motto dieses 15. Schulfestes. Die Kinder ließen sich gern in dieses Reich entführen, hatten doch die Lehrer der Harnisch-Schule und die Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik jede Menge Stationen aufgebaut. Lisa und Celine schüttelten bunte Rollen und versuchten zu hören, ob darin Linsen oder Sand klappern und rauschen. Steven und Sascha rochen an kleinen Schachteln und rieten den Inhalt. Alexander, Peter und Pascal puzzelten Fotos von Raubtieren zusammen. Ein anderer Sascha versuchte, einer optischen Täuschung auf die Spur zu kommen.

Spuren gab es auch in einem der Klassenräume. Blutspuren, Fußspuren, Fingerabdrücke. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei hatte Jeanshosen mit Blutrückständen, Fußabdrücke und eine zerschossene Scheibe mitgebracht. Die Kriminalisten Frank Winnig und Matthias Burock plauderten aus dem Kriminalistenkoffer, und viele Schüler gaben freiwillig ihre Fingerabdrücke ab. Trotz aller Angebote meldete sich bei Lehrern und Schülern aber ganz stark ein anderes Bedürfnis, nämlich der Hunger. Die Eltern hatten jede Menge Kuchen gebacken, außerdem gab es Würstchen und Waffeln. Kein Wunder, dass sich bei dem warmen Herbstwetter viele Schüler mit leckeren Speisen auf der breiten Schultreppe niederließen.