Die Nachwuchsmusiker aus Wolmirstedt können sich freuen. Ihr Unterricht kann in absehbarer Zeit in sanierten Räumen der Kreismusikschule in Wolmirstedt stattfinden. Für den Umbau stehen Mittel aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Den Zuwendungsbescheid über 216 000 Euro überreichte Thomas Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes, gestern an Landrat Thomas Webel. Von Claudia Labude

Wolmirstedt. Die weiße Mappe mit dem Landeswappen, die Thomas Leimbach gestern an Landrat Thomas Webel überreichte, wiegt schwer. Bedeutet doch das Papier den langersehnten Zuwendungsbescheid über 216 000 Euro zur Sanierung der Kreismusikschule.

" Ich bin allerdings nicht nur als teurer Briefträger von Halle nach Wolmirstedt gekommen ", erklärte Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes. Schließlich könne seine Behörde die Bescheide auch einfach mit der Post versenden. Drei Gründe hätten ihn dann aber dazu bewogen, persönlich nach Wolmirstedt zu kommen : " Es ist wichtig, dass die Bürger mitbekommen, wofür die Mittel aus dem Konjunkturpaket verwendet werden – und als Vertreter des Amtes möchte man auch selbst mal vor Ort schauen, wo das Geld hingeht ", erklärte Leimbach. Außerdem könne man die Bedeutung der Musikschulen gerade außerhalb von kreisfreien Städten nicht genug hervorheben. " Die musikalische Ausbildung in der Schule reicht nicht aus, dort kann man es bei den bestehenden Klassengrößen auch gar nicht leisten, individuell Talente zu fördern. Deshalb ist der Musikunterricht an den Schulen der erste Schritt, der in den Musikschulen sinnvoll ergänzt und fortgeführt wird. " In Wolmirstedt passiert das bald in ganz neuen Räumen.

Sitzt die Kreismusikschule derzeit noch in einem Gebäude mit der Kreisvolkshochschule, soll dieses perspektivisch leergezogen werden. " Musik- und Volkshochschule ziehen in die beiden Nachbargebäude um ", erläutert Schuldezernent Joachim Hoeft. Die Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II, immerhin 216 125 Euro, werden durch den Kreis auf 247 000 Euro aufgestockt. Damit sollen die Elektroanlage und die sanitären Einrichtungen erneuert, Brandschutz-, Schallschutz- und Sonnenschutzmaßnahmen realisiert sowie ein Aufzug für die barrierefreie Erschließung des Gebäudes eingebaut werden. Nach Abschluss der Arbeiten stehen in dem Gebäude 18 Unterrichtsräume und ein Schülervorspielraum zur Verfügung.

Landrat Webel und Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereines der Kreismusikschule ist, lobten die schnelle Arbeit des Landesverwaltungsamtes. " Wir haben am 1. Juli den Antrag gestellt und halten am 8. Oktober schon den Bescheid in den Händen ", so Webel hochachtungsvoll. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II stehen bis Ende 2010 – einschließlich des kommunalen Eigenanteils von 12, 5 Prozent – insgesamt 17 Millionen Euro für die Sanierung der Musikschulen Sachsen-Anhalts zur Verfügung. Dass seine Einrichtung unter den geförderten ist, erfüllte Armin Hartwig mit Stolz. Derzeit erlernen 123 Musikschüler in Wolmirstedt und 136 in Haldensleben ein Instrument, dazu kommen diejenigen, die an den 15 Außenstellen betreut werden. " Und sie können sich sicher sein, dass die Musikschüler ihnen diese Investition mit guten Leistungen danken werden ", versprach Hartwig.