Wolmirstedt. Schon eine Woche vor den Herbstferien musten die Zehntklässler des Kurfürst-Gymnasiums nicht mehr zur Schule gehen. Stattdessen konnten sie in einem einwöchigen Praktikum in ihre Lieblingsberufe hineinschnuppern.

" Es ist sehr abwechslungsreich und nicht der typische Schulalltag, der vom Lernen geprägt ist ", berichtet Adrian Stein. Der 16-jährige Gymnasiast, der sich für ein Praktikum im Wolmirstedter Rathaus entschieden hatte, ist froh, die Möglichkeit ausreichend genutzt zu haben. " Ich habe nicht nur einen Einblick in die Verwaltungsbranche bekommen. Jetzt kann ich mir auch ein genaueres Bild machen, ob ich das später wirklich fortführen möchte ", betont er die Bedeutung des Praktikums in der Schulzeit.

Mit dem Betriebspraktikum war den Jugendlichen die Gelegenheit gegeben, einmal ihren Wunschberuf näher kennen zu lernen und zu erfahren, was ein normaler Arbeitsalltag an Tücken mit sich bringt. Dabei ging es nicht immer um das, was jeder von dem Beruf schon kannte. Auch neue Tätigkeiten beschäftigten die Schüler in ihrem Arbeitsgebiet.

Ganz unterschiedlich waren die ausgewählten Betriebe, und oft staunte der eine nicht schlecht über die Wahl des anderen. Es zeigte sich eine Vielfalt an Interessen der Schüler. Da gab es nicht nur denjenigen, den es in den Elektrofachbetrieb verschlug. Auch in Grundschulen, Kindergärten, Kliniken, ja sogar in der Zeitungsredaktion tummelten sich haufenweise interessierte Gymnasiasten, die versuchten, ihr Können in den verschiedensten Bereichen unter Beweis zu stellen.

Viele neue Erfahrungen

" Ich habe jede Minute genutzt und bin ehrlich gesagt schon jetzt traurig, mich von meinen so lieb gewonnenen Kollegen zu verabschieden ", gibt Adrian Stein zu. Doch auch Justin Einecke, die ihre Praktikumszeit in der Kindertagesstätte " Storchennest " verbrachte, ist begeistert, was sie alles während der Woche erreichen konnte. " Der Umgang mit den Kindern war toll und hat mir ganz besonders viel Spaß gemacht. Wir haben gespielt, zusammen gegessen, und ich habe ihnen Geschichten vorgelesen ", berichtet sie stolz. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, auch später im Bereich der Kindererziehung zu arbeiten, fällt ihr nur eine Antwort ein : " Auf jeden Fall will ich das nach dem Abitur fortführen. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Aufgaben sind abwechslungsreich, und Kinder fordern viel Aufmerksamkeit, die ich ihnen gern geben möchte. "

Bei den meisten anderen Schülern wird das Fazit der vergangenen Tage ähnlich ausfallen. Man hat viel gelernt, mit Menschen zusammengearbeitet, Meinungen ausgetauscht und nicht zuletzt auch die Aufgabenbereiche der verschiedenen Branchen vorgeführt bekommen.

Auch Deutschlehrerin Sybille Mras ist sicher, dass ihre Schützlinge die Gelegenheit genutzt haben, und wird das Praktikum nach den Herbstferien mit ihnen auswerten.