Mit ihren Unterschriften und einer herzlichen Umarmung besiegelten Wolmirstedts Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander und sein Amtskollege aus dem bulgarischen Sredez, Todor Proykov, gestern die Städtepartnerschaft.

Wolmirstedt. Applaus brandete im Ratssaal auf, als die beiden Bürgermeister alle vier Urkunden – je eine in deutscher und bulgarischer Sprache – unterschrieben hatten und sich zum Ausdruck der neuen Verbundenheit umarmten. Für beide Orte ist es jeweils die zweite Städtepartnerschaft, Wolmirstedt ist in dieser Form schon mit dem niedersächsischen Wunstorf, Sredez mit einer Stadt in der Türkei verbunden.

Vor gut anderthalb Jahren wurden erste Kontakte zwischen den beiden Orten aufgebaut, die nun in der Partnerschaft münden. " Damals hatte die Gemeinde Barleben eingeladen und Vertreter mehrerer Kommunen aus Bulgarien sind dann in Wolmirstedt empfangen worden – wegen Zeitproblemen. Das war gut so. Denn so sind wir ins Gespräch gekommen und haben gleich guten Kontakt gehabt ", erinnerte Zander an die Anfänge.

Obwohl beide Orte nicht nur die Größe, sondern auch die Entwicklung der Wirtschaft und das Interesse an erneuerbaren Energien gemeinsam haben, wolle man sich künftig nicht " als Gleiche, die sich angleichen wollen, sondern als Partner, die sich mit ihren Unterschieden ergänzen " begegnen, so Zander. Ivo Petrov, Botschafter der Republik Bulgarien in Deutschland, würdigte die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde als " richtigen Schritt meiner Landsleute in mein Europa ". Durch die Vernetzung von ganz unten, auf Gemeindeebene, würde eine neue Struktur innerhalb der Europäischen Union geschaffen.

Petrov hofft, " dass das, was in der Urkunde steht, auch mit Leben gefüllt wird " und sich nicht nur Vertreter der Stadt und der Wirtschaft, sondern auch aus anderen Bereichen, dem Vereinsleben und der Bevölkerung, treffen. Zur Verwirklichung der Urkunde sollten alle Anwesenden ihren Beitrag leisten, erklärte der Botschafter den Gästen im Ratssaal.

Todor Proykov freute sich, dass die langen Vorbereitungen nun ein Ergebnis bringen und wünschte allen Beteiligten eine erfolgreiche Entwicklung und Zusammenarbeit beider Städte. Im Anschluss eröffnete die bulgarische Delegation die Ausstellung in der " Blauen Galerie ".

Trugen die Beteiligten zum Festakt im Ratssaal zumeist edle Anzüge in schwarz, waren diese gestern am frühen Morgen noch weiß gewesen. Hatten sie doch gemeinsam das Zielitzer Kaliwerk besucht und waren in die Grube eingefahren. Ein Termin, der die Gäste aus Bulgarien mächtig beeindruckt hatte. Werkleiter Hans-Joachim Kind und Leiter der Produktion Untertage, Ulf Hölzl, begaben sich mit ihnen über 13 Kilometer in den 27 Grad warmen westlichen Teil und erklärten, wie mit schwerem Gerät das Gestein angebohrt, gesprengt und zum Förderschacht abtransportiert wird.