Es war mit Abstand die regenreichste Fuchsjagd, die die Abteilung Reiten des SSV Samswegen in den vergangenen 16 Jahren veranstaltet hat. " Es war aber auch die mit Abstand erfolgreichste Veranstaltung ", versicherte Chef-Organisator Dirk Schröder. Das lag zum einen daran, dass die sportliche Latte diesmal sehr hoch lag, und zum anderen daran, dass der Zuschauerzuspruch von Jahr zu Jahr wächst, und diesmal Rekordwerte erreicht hat.

Samswegen. Als Dirk Schröder, die gute Seele der Reitabteilung des SSV Samswegen und Chef-Organisator der alljährlichen Fuchsjagd, am vergangenen Sonnabend früh zum Himmel schaute, da schauderte es ihm. Nach 12 durchweg verregneten Stunden aber strahlte er über das ganze Gesicht : " Es war zwar die verregneteste Fuchsjagd, an die ich mich erinnern kann. Aber ich kann hier und heute sagen, nie hatten wir solch einen Zuschauerzuspruch. " Und der Erfolg, so räumte am späten Abend ein leicht unterkühlter Dirk Schröder ein, hat bekanntlich viele Helfer.

Da waren die Mitglieder des Reitvereins, da packten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Jersleben zu, da kamen die Reitsportler und die Gespannfahrer aus allen Himmelsrichtungen. So konnten die Organisatoren bereits vor dem ersten Start den ersten Rekord vermelden. Nicht weniger als fünf Kremser und fünf Kutschen, die bis auf den letzten Platz besetzt waren, machten sich auf den 15 Kilometer langen Weg kreuz und quer durch die Börde. Gewissermaßen auf den Fuß folgten die Reiter, die bis ins Ziel nicht weniger als 30 natürliche Hindernisse, die bis zu einem Meter hoch waren, auf ihrer Fuchsjagd bewältigen mussten.

Wer zur Fuchsjagd nach Samswegen kommt, der will großartigen Pferdesport erleben. Und genau den bekamen die Zuschauer zu sehen, die aus Halle, Oebisfelde, Stendal, Schönebeck, … eigentlich aus dem gesamten Bundesland in das stärkste Dorf der Welt kamen. Und an diesem Titel hat auch die Reitabteilung des SSV in den vergangenen Jahren beigetragen. Denn zu den Höhepunkten, oder neudeutsch Show-Acts, der Fuchsjagd gehört das sogenannte Kraftrücken. Wobei diesmal die stärksten Pferderassen Deutschlands am Start waren. Bei den Einspänner gewann Michel Göde aus Loitsche mit seiner Stute Elfi. Das Tier zog einen mit Holz beladenen Schlitten mit einem Gesamtgewicht von 1050 (!) Kilogramm in nur sieben Sekunden über eine Strecke von 30 Metern. Bei den Zweispännern waren dann Torsten und Michel Gödel erfolgreich. Ihre Pferde Elfi und Zottel besiegten bei einem bewegten Gewicht von 1, 3 Tonnen das Gespann des Lokalmatadors Mirko Schröder. Insgesamt acht Pferde und vier Gespannführer stellten sich der Konkurrenz.

Ein echtes Highlight in diesem Jahr war das erstmals ausgetragene Mächtigkeitsspringen, das Daniel Wesche aus Samswegen mit übersprungenen 1, 50 Meter als Sieger sah. Platz zwei ging an die Amazone Ina Hocke, die mit ihrem Pferd Burkhardt beachtliche 1, 45 Meter meisterte.

Was aber ist mit dem Fuchs, fragten sich die zahlreichen Zuschauer im Rund ? Der wird, zumindest in Samswegen, sportlich fair auf dem Reitplatz ermittelt, wobei jeder der 23 Reiter einen Geschicklichkeitsparcours meistern muss. Und kein Jahr ohne neuen Fuchs. Der klare Favorit Daniel Oelze musste sich in einem spannenden Finale von seinem Bruder Tobias geschlagen geben. Den kleinen Fuchs gewann Maren Pape. Gilt es abschließend noch zu erwähnen, dass auch in diesem Jahr die Jagdhornbläser der Familie Stietzel zum Halali bliesen und die Blaskapelle aus Angern unter der Leitung von Fritz Bindemann für beste Unterhaltung sorgte.