Farsleben / Bremen. Die Mitglieder des Kulturvereins " Webers Hof " wollten auf ihrem Wochenendausflug das Künstlerdorf Worpswede und die Hansestadt Bremen besichtigen. Auf dem Weg dorthin wurden die Reisenden allerdings selbst bestaunt. Hatten sie sich doch für die 270 Kilometer lange Strecke einen Oldtimer-Bus als Transportmittel ausgesucht.

" Der Fleischer S 2, Baujahr 1961, ist weltweit der einzige Bus, den es aus dieser Baureihe noch gibt ", erzählte Fahrer Tobias Schlüsselburg voller Stolz über sein vierrädriges Liebhaberstück. Sein anderes Schätzchen, Freundin Julia Simchen, sorgte dafür, dass es den Weberanern auf der Fahrt an nichts mangelte.

Im Künstlerdorf Worpswede angekommen, begaben sich die Vereinsmitglieder auf die Spuren von Paula Modersohn-Becker, der wohl berühmtesten Malerin, die je in dem kleinen Ort nordöstlich von Bremen gelebt hat. Nicht nur wegen der malerischen Landschaft des Teufelsmoores oder der Idylle am Ufer der Hamme suchten in den letzten einhundert Jahren zahlreiche Künstler Worpswede auf. Entlang der kleinen Straßen finden sich auch heute noch zahlreiche Galerien, Museen und Ateliers, die zum Bummeln einladen.

Natürlich darf auf dem Vereinsausflug der musikbegeisterten Weberaner auch ein Konzert nicht fehlen. Die ortsansässige Music-Hall ähnelte vom Ambiente her der Scheune der Weberaner. Auch ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigte, dass hier wie da schon viele berühmte Musiker gespielt haben. Ob " Oi va Voi ", die experimentelle Londoner Rockgruppe, die am Sonnabend dort auftraten, auch mal in Farsleben spielen, wird sich zeigen. Auf jeden Fall begeisterte die Mischung aus osteuropäischen und jüdischen Klängen mit Elementen aus Rock und Elektronischer Musik nicht nur die Gäste aus Farsleben.

Stadtmusikanten anstelle von Rockmusikern

Anstelle von Rockmusikern standen am Sonntag die Stadtmusikanten aus Bremen auf dem Programm. Bei der zweistündigen Führung durch die wunderschöne Altstadt erfuhren die Besucher auch, was es mit dem " Bremer Loch " auf sich hat. In einer Art Gully – gelegen zwischen Rathaus, Dom und Parlamentsgebäude – wird Geld für Bedürftige gesammelt. Wer eine Münze einwirft, hört die Tierstimmen der Bremer Stadtmusikanten. Weiter ging es dann ins historische " Schnoor-Viertel ", den ältesten Bremer Stadtteil, wo die Gassen teilweise so eng sind, dass man hintereinander gehen muss, um nicht steckenzubleiben.

Und weil alle diesen " Diättest ", wie es manche Bremer scherzhaft nennen, bestanden, wurde vor der Heimreise noch in eines der zahlreichen urigen Restaurants eingekehrt.