Die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 189 in Dolle ist morgen zwischen 13 und 18 Uhr voll gesperrt. Auf einem Teilstück des dritten Bauabschnittes wird dann die Bitumenschicht aufgetragen. Damit hat vorläufig auch der Ärger von Anliegern ein Ende.

Dolle. " Wir waren schon im vergangenen Jahr die Leidtragenden, als das Baustellenende des zweiten Bauabschnittes direkt vor unseren Grundstück lag. Jetzt sind wir wieder betroffen ", schimpfen Gesine Rost und Lebenspartner Dieter Schwengler. Beide bewohnen das Haus direkt gegenüber der Tankstelle. Hier befi ndet sich die Ampel, die den Verkehr regelt, der abwechselnd auf einer Fahrspur an der Baustelle vorbeigeleitet wird.

Etwa 240 Fahrzeuge passieren stündlich die Straße, hat Dieter Schwengler bei einer privaten Verkehrszählung ermittelt. " Wir können nachts kein Fenster öffnen, denn viele Kraftfahrer lassen während der Rotphase ihren Motor laufen. Abgase und Motorgeräusche dringen in unser Haus. Dann wird oft gehupt, wenn nicht schnell genug angefahren wird ", schildern die beiden Anwohner ihr Martyrium. " Dazu kommt, dass Schwerlastzüge oftmals beim Fahrbahnwechsel Probleme haben und dann über die vor unserem Grundstück neu gesetzten Borde und das frische Begleitgrün rollen ", so Dieter Schwengler.

" Wir haben uns an die Polizei, an das Straßenverkehrsamt und an den Gemeinderat mit unseren Problemen gewandt und vorgeschlagen, die Ampel um 20 Meter weiter nach hinten zu versetzen. Das hätte auch den Vorteil gebracht, dass Fahrzeugen ein ungehindertes Ein- und Ausfahren von und zur Tankstelle ermöglicht wird. Doch unsere Argumente wurden nicht gehört ", sehen sich Gesine Rost und Dieter Schwengler im Stich gelassen.

Das sei nicht ganz so, widerspricht Monika Darlong vom Straßenverkehrsamt des Landkreises Börde. " Wir haben schon vor einigen Wochen reagiert. Viele Kraftfahrer sind einfach zu dicht an die Ampel herangefahren. Größere Fahrzeuge bekamen dann Probleme bei der Ausfahrt ", so Monika Darlong. Deshalb habe man etwa 20 Meter vor der Ampel das Schild " bei Rot hier halten " aufgestellt. Eine andere Möglichkeit hätte es nicht gegeben, so Monika Darlong.

Das Problem sei, dass die technischen Möglichkeiten der Ampel mit der Baustellenlänge von 300 Metern " ausgereizt " seien, die Ampel nicht weiter versetzt werden könne. Größere Ampelintervalle würden den Verkehr auf der viel befahrenen Bundesstraße noch mehr behindern. Monika Darlong äußerte Verständnis für die Probleme von Gesine Rost und Dieter Schwengler und appelliert an die Kraftfahrer, das aufgestellte Schild zu respektieren.

Morgen Vollsperrung

Morgen soll auf dem betreffenden Baustellenbereich die Bitumendecke aufgetragen werden. Dann rückt die Baustelle weiter in Richtung Stendal.

Für die zwischen 13 und 18 Uhr angekündigte Vollsperrung wird eine Umleitungsstrecke ausgeschildert. Die führt aus Richtung Stendal über Burgstall, Sandbeiendorf, Angern, Rogätz, Zielitz und Wolmirstedt sowie aus Richtung Magdeburg über Cröchern, Blätz, Sandbeiendorf und Burgstall.