Hundisburg. Gelb und blau leuchteten die Plakate am Sonnabendvormittag auf der Terrasse vor dem Hundisburger Schloss. Der Börde-Kreisverband der FDP hatte zum Sommerfest eingeladen, und nicht nur Liberale aus dem Landkreis Börde, sondern auch aus dem Jerichower Land waren der Einladung gefolgt. Kreisvorsitzender Jens Ackermann, der wieder in den Bundestag einziehen will, freute sich über die Resonanz. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Cornelia Pieper, die ein Grußwort an die Parteifreunde richtete, zeigte sich vom Schloss und Barockgarten sehr beeindruckt : " Ich wusste gar nicht, wie schön es hier ist. " Jens Ackermann, Mitglied des Bundestages seit 2005 und in dieser Funktion auch Mitglied im Tourismusausschuss, wird es mit Stolz gehört haben.

Etwa 110 Gäste hatten sich am Sonnabend eingestellt, und die meisten schlossen sich nach dem offiziellen Teil einer Führung durch Schlosskomplex und Barockgarten an. Für viele war es der erste Besuch in Hundisburg, und selbst jene, die schon öfter hier waren, erfuhren bei der Führung von Richard Ludwig vom Verein Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg noch viel Neues.

" Wir wollen das Sommerfest nutzen, um Kraft zu sammeln für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf ", hatte Jens Ackermann zu Beginn erklärt. Die Liberalen seien für die Mitte der Gesellschaft da. Einsetzen wollen sie sich besonders für Familien und die kleinen Mittelständler, denn die seien in der letzten Zeit durch die Politik der großen Koalition vernachlässigt worden. Die größte Steuererhöhung, die es in der Geschichte Deutschlands gegeben habe, brachte für die kleinen Handwerksbetriebe eine enorme Belastung.

" Arbeit muss sich lohnen " ist eine Aussage auf Ackermanns Wahlplakaten, die er seinen Parteifreunden vorstellte. " Den Menschen muss mehr Netto vom Brutto bleiben ", bekräftigte der 34-J ährige.

Die Gesellschaft müsse zudem mehr in Bildung investieren. " Wir können nicht akzeptieren, dass über zehn Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen. "

Die Liberalen gehen voll Zuversicht in den Bundestagswahlkampf, stellte Ackermann heraus. " Wir haben enormen Zulauf, wir merken, dass uns die Standhaftigkeit der FDP zugute kommt. "

Der Bottmersdorfer engagiert sich seit neun Jahren politisch, zunächst als Mitglied des Gemeinderates in seinem Heimatort, seit 2004 als Mitglied im Kreistag und als Vorsitzender der Sportjugend des Bördekreises. Seit 2005 ist er Mitglied des FDP-Kreisvorstandes Börde und des Bundestages, seit 2007 Kreisvorsitzender der Börde-FDP und Mitglied im Landesvorstand der Partei.

170 Mitglieder habe der Kreisverband der freien Demokraten, die Tendenz sei steigend, erläuterte Ackermann. Am Sonnabend wurden fünf neue Mitglieder in den Ortsverband Haldensleben aufgenommen. " Was mir am Kreisverband besonders gefällt, das ist die gute Mischung zwischen jungen und älteren Mitgliedern, zwischen Männern und Frauen ", so Ackermann. Das hänge wahrscheinlich auch mit der Familienpolitik der FDP zusammen. " Wir wollen, dass eine Familie mit zwei Kindern bis zu einem Jahreseinkommen von 40 000 Euro keine Steuern zahlen muss. "

Ein zweistelliges Wahlergebnis für die FDP sieht der examinierte Krankenpfl eger und Medizinpädagoge durchaus als machbar an. " Das streben wir auch an. Wir kämpfen um jede Stimme. Wer die große Koalition nicht möchte, muss die FDP stark machen ", warb er. Entscheidend sei eine gute Wahlbeteiligung. Jeder solle von seinem Bürgerrecht Gebrauch machen.