Neuenhofe. Beim 194. Friedensweg demonstrierten am Sonntag in Neuenhofe 65 Teilnehmer für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Mehrere Redner bei der Auftaktkundgebung wiesen darauf hin, dass auf dem Truppenübungsplatz sämtliche deutschen Soldaten für die Auslandseinsätze vorbereitet werden.

" Der aktuelle Vorfall mit zahlreichen Toten in Afghanistan sollte als ein Zeichen verstanden werden, die deutschen Soldaten dort unverzüglich abzuziehen ", sagte Thomas Waldheim. Der Bezirks-Gewerkschaftssekretär der IG Bau ist auch Bundestagskandidat der Linken im Wahlkreis 68. Waldheim wies darauf hin, dass die Bundesrepublik derzeit 25 militärische Großprojekte mit einem Kostenaufwand von rund 50 Milliarden Euro finanziere. " Für dieses Geld könnte man für alle Kinder in Deutschland eine kostenlose Kita-Betreuung anbieten. "

Christel Spenn berichtete von ihrer Teilnahme an den großen Demonstrationen tags zuvor in Berlin, die sich gegen die Atomenergie und gegen den EU-Vertrag richteten. " Der geplante EU-Vertrag bedeutet eine Aushebelung der nationalen Parlamente ", so Christel Spenn.

Auch aus Hannover waren zwei Friedensaktivisten nach Neuenhofe gekommen. Sie informierten über ihre Demonstration gegen das Sommerbiwak der in Hannover stationierten 1. Panzerdivisison.

Bernd Luge, Mitglied der Initiative Offene Heide, berichtete den Kundgebungsteilnehmern von der Gründung des " Friedensethischen Ratschlages Hausen ". Luge war kürzlich im thüringischen Dorf Hausen an der Bildung dieser Arbeitsgruppe innerhalb der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland ( EKM ) beteiligt. Derzeit würden zwei Anträge an die Synode der EKM erarbeitet. Die beschäftigen sich mit den Forderungen nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und der Abkehr von jeglicher Gewalt.

Statt der geplanten Wanderung zum Jägerstieg, mussten die Demonstranten eine Alternativstrecke nehmen, da der Jägerstieg wegen des Übungsbetriebes gesperrt war.