Wolmirstedt. Fast immer muss der Hocker vorm Klavier in der Höhe verstellt werden. Auch für Johannes Nowak. Der Musikschüler ist von so kleiner Statur, dass er nicht an die Tasten heranreicht. Sein Lehrer hat für ihn einen Spiritual herausgesucht. Aber auch Altmeister wie Vivaldi, Beethoven, Mussorgski oder Tschaikowski waren Sonnabend beim Podium der Jüngsten zu hören. " Die Kinder brauchen diese Erfahrung vor Publikum auf der Bühne ", erklärte Armin Hartwig, der Leiter der Musikschule des Landkreises Börde, eingangs der in der Aula des Wolmirstedter Gymnasiums versammelten Eltern- und Großelternschaft. Die Stücke, die die Kinder zu Gehör brachten, hatten eine Dauer von zwei, drei Minuten Länge. Aber jeder der Schützlinge der 28 Lehrkräfte war froh, seinen Part auf der Bühne hinter sich gebracht zu haben und mit einer Verbeugung in die Zuschauerreihen zurückkehren zu dürfen. Bis auf Lisann Malicke vielleicht. Die hatte ihren Klavierlehrer an der Seite, das gab Sicherheit, spielte mit ihm vierhändig einen Gopak. Auch Uwe Blamberg hatte sich entschlossen, seinen Schülern das kostenlose Herzklopfen zu nehmen und brachte mit ihnen im Duett auf der Bühne die Blockflöte zum Klingen. Der kleinen Loisa Timm indes schien der Stressfaktor nichts auszumachen. Die spielte wie eine Große " Die neue Puppe " auf dem Klavier, dereinst von Peter Iljitsch Tschaikowski in Noten gesetzt. Zwei junge Schlagzeuger – Adrian Reichel und Lukas Wendt – mischten zwar den Saal an der Schwimmbadstraße mit ihrer " Schießbude " ( umgangssprachlich für Schlagzeug ) nicht auf, wie es Armin Hartwig in seiner Ankündigung versprach, demonstrierten allerdings sehr anschaulich, dass auch das Schlagzeug nach Noten, sprich nach Symbolen, gespielt wird.

Insgesamt 28 Musikschüler im Alter von fünf bis zehn Jahren waren beim Podium der Jüngsten zu erleben. 700 Schüler sind augenblicklich an der Musikschule des Landkreises zum Unterricht angemeldet. Ihre Lehrerschaft, so Hartwig, mache derzeit einen Verjüngungsprozess durch.