" Mose fordert Lärmschutz !" Ein großes Plakat wies gestern am Kulturhaus des Ortsteiles darauf hin, worüber im Inneren debattiert wurde. Der Landesbetrieb Bau nahm auf einem Erörterungstermin zu den Einwendungen der betroffenen Bürger zum Planfeststellungsverfahren des Abschnittes 1. 2 der A 14-Nordverlängerung Stellung. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Volksstimme-Redakteurin Claudia Labude sprach im Anschluss mit Helga Steinig und Dr. Hans-Jürgen Zander. Beide waren gestern nicht nur als Ortsbürgermeisterin bzw. Stadtoberhaupt, sondern auch als betroffene Bürger vor Ort.

Volksstimme : Wie war die Stimmung auf dem Erörterungstermin im Kulturhaus Mose ?

Dr. Hans-Jürgen Zander : Sehr sachlich und wertneutral, auch wenn das Thema bei den Betroffenen natürlich für Emotionen sorgt und die gegebenen Antworten nicht immer zur Zufriedenheit ausfallen.

Helga Steinig : Wir sind wirklich enttäuscht und unbefriedigt, da mehrfach der Satz fi el, dass Mose ja vom Planungsabschnitt nicht betroffen sei. Auch der Zeitpunkt des Termins – ein Montagvormittag – war unmöglich gewählt. Viele Betroffene müssen zu dieser Zeit arbeiten und konnten deswegen nicht teilnehmen.

Volksstimme : Welche Probleme wurden angesprochen ?

Zander : Es wurden drei Themenschwerpunkte eingeteilt. Da ging es erstens um die Fragen der Emission, also Lärm- und Staubbelastung. Zweitens wurden Grundstücksangelegenheiten besprochen, und drittens – für uns ein entscheidender Punkt – die Problematik der B 189.

Steinig : Auf unsere Einwendungen wurde nicht richtig reagiert. Wertminderung von Grundstücken wurde beispielsweise nicht angesprochen.

Volksstimme : Mit welche Emissionswerten argumentiert der Vorhabenträger ?

Steinig : Das ist genau das, was uns so maßlos ärgert. Man berechnet nie die tatsächlichen Gegebenheiten, sondern immer nur Formeln, weil es das Gesetz so vorgibt. Beispielsweise wurde dabei das Windgutachten des Landes herangezogen. Das Gutachten, das wir für Mose haben, besagt für unseren Bereich aber die dreifachen Werte gegenüber denen aus dem Landesgutachten. Und dass die Lärmbelastung für jeden Verkehrsweg einzeln und für die B 189 gar nicht berechnet wird, ist für uns Moser, die genau dazwischen liegen, ein Schlag ins Gesicht.

Volksstimme : Was sind für Sie entscheidende neue Erkenntnisse aus dem gestrigen Termin ? Zander : Ich habe nochmal darauf hingewiesen, dass es methodisch falsch ist, nur diesen Abschnitt zu betrachten. Das Nadelöhr B 189 muss von Anfang an mit einbezogen werden. In dieser Angelegenheit teilt die Stadt zu 100 Prozent die Meinung der betroffenen Bürger, da passt zwischen uns kein Blatt Papier. Was ich aber als positives Signal mitnehme, ist, dass von den Vorhabenträgern nochmals bekräftigt wurde, dass mit den Planungen des Abschnittes 1. 1, also zwischen der Anschlussstelle Wolmirstedt und Dahlenwarsleben, im nächsten Jahr begonnen werden soll.

" Für uns ist der Kampf noch nicht zu Ende "

Volksstimme : Mit welchem Ergebnis endete der Erörterungstermin ?

Zander : Es wurde gefragt, ob alle privaten Einwender ihre Widersprüche aufrechterhalten. Alle Anwesenden haben das bestätigt. Als nächster Schritt folgt jetzt das Abwägungsverfahren, wo geklärt werden muss, ob den Einwendungen stattgegeben wird, oder nicht.

Steinig : Für unsere Bürgerinitiative ist der Kampf noch nicht zu Ende. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass wir ausreichend Schallschutz bekommen und die Gesetze – vor allem die zur Berechnung der Lärmbelastung – geändert werden. Dazu suchen wir jetzt auch den Kontakt mit Landes und Bundespolitikern sowie Ministern.