Etwa 12 500 Wahlberechtigte wählen am kommenden Sonntag auch den Verbandsgemeinderat und den Verbandsgemeindebürgermeister für die künftige Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Zwei Kandidaten bewerben sich für die hauptamtliche Funktion des Verbandsgemeindebürgermeisters : Thomas Schmette aus Angern ( bisheriger Verwaltungsleiter ) und Bernd Bohne aus Colbitz. Burkhard Steffen stellte ihnen einige Fragen.

Volksstimme : Können Sie sich kurz vorstellen ?

Bernd Bohne : Ich bin 52 Jahre alt, geschieden und habe einen erwachsenen Sohn. Eine abgeschlossene Ausbildung habe ich in den Berufen Elektromonteur und Mechatroniker. Mein Hobby ist die Feuerwehr.

Thomas Schmette : Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Von Beruf bin ich Agraringenieur und Diplom-Verwaltungswirt. Derzeit bin ich Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide. Mein Hobby ist das gemeinsame Camping mit der Familie.

Volksstimme : Warum kandidieren sie für das Bürgermeisteramt ?

Bernd Bohne : Ich lebe hier und will nicht mehr nur mit zusehen, dass es in der Region nur ansatzweise oder gar nicht vorwärts geht. Die Möglichkeiten, die die Verwaltungsgemeinschaft hatte, wurden nicht genutzt. In der Verbandsgemeinde darf es nicht so weitergehen.

Thomas Schmette : Ich bin seit April 2000 Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Ohre und seit 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide und als dieser auch an der Bildung der neuen Verbandsgemeinde beteiligt. Die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft haben in den letzten Jahren erheblich in ihre Infrastruktur investiert und dabei Steuern und Gebühren im verträglichen Rahmen gehalten. Neben ehrenamtlichem Engagement gehört hierzu auch eine effi ziente Verwaltung. Der Weiterentwicklung unserer Dörfer will ich auch zukünftig meine ganze Kraft widmen.

Volksstimme : Wie wollen Sie zur Integration der einzelnen Dörfer in die neue Gemeinde beitragen ?

Bernd Bohne : Ich möchte die Zusammenarbeit von Gewerbetreibenden, Verbänden und Vereinen durch gemeinsame Veranstaltungen fördern.

Thomas Schmette : Zur Integration der Dörfer in die neuen Strukturen sind mit den beschlossenen Gebietsänderungsverträgen und dem Vertrag zur Bildung der Verbandsgemeinde gute Voraussetzungen geschaffen, da der Erhalt von Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Feuerwehren und Dorfgemeinschaftshäusern festgezurrt ist. In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern und Gemeinderäten vor Ort werde ich dafür sorgen, dass die Verträge mit Leben erfüllt werden. Wichtig ist hier auch die Zusammenarbeit mit Vereinen als Träger des kulturellen und sportlichen Lebens, denn eine Reihe von gemeindlichen Einrichtungen liegen in ihren Händen beziehungsweise werden derzeit auf sie übertragen.

Volksstimme : Wo sehen Sie die Schwerpunkte bei Ihrer Tätigkeit als Bürgermeister ?

Bernd Bohne : Die künftige Verbandsgemeinde hat große Potenziale, die gebündelt und publik gemacht werden müssen, um sie zu vermarkten. Wichtig ist, Investoren und Touristen auf uns aufmerksam zu machen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Bürgernähe, um frühzeitig zu erfahren, wo der Schuh drückt, um reagieren zu können. Es darf nicht mehr passieren, dass berechtigte Probleme der Bürger im Amt liegen bleiben oder auf die lange Bank geschoben werden. Die Lebensqualität auch in den kleinen Ortsteilen soll erhalten und verbessert werden.

Thomas Schmette : Die Verbandsgemeinde ist Träger der Kindertagesstätten und Schulen. In einigen Einrichtungen sind in den nächsten Jahren Um- und Ausbauarbeiten erforderlich. Wichtig ist mir der Erhalt unseres gut ausgebauten Netzes an Bildungseinrichtungen ( 14 Kindertagesstätten, 6 Grundschulen und 1 Sekundarschule ), um kurze Wege und kleine Schulklassen zu garantieren.

Der Ausbau der Infrastruktur ist in den letzten Jahren gut vorangekommen. Jährlich wurden fünf bis sechs Millionen Euro investiert, was auch den ortsansässigen Handwerkern zugute kam. Zusätzlich will ich in den nächsten Jahren einhergehend mit der A-14 Nordverlängerung die Auslastung der Gewerbegebiete verbessern und zur Verbesserung der touristischen Angebote den Radwegebau forcieren.

Bei den Feuerwehren sehe ich den Schwerpunkt in den nächsten Jahren darin, dem durch die demografi sche Entwicklung zu erwartenden Mitgliederschwund entgegenzutreten. Neben der Arbeit in den Feuerwehren selbst ist es wichtig, dass aus dem Nachwuchsbereich nachrückende Kameraden langfristig in die aktive Feuerwehr integriert werden.

In den letzten Jahren ist unsere Verwaltung Schritt für Schritt kostengünstiger geworden. Sie muss in den nächsten Jahren verjüngt werden, da zahlreiche Kollegen in den Ruhestand treten. Nur mit einer effizienten Verwaltung ist es in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen aus allen Bereichen möglich, weiterhin die kommunalen Abgaben für alle Bürger niedrig zu halten, in die Zukunft zu investieren und das kulturelle und sportliche Leben vom Kindes- bis zum Seniorenalter wie bisher zu unterstützen.