Wolmirstedt ( th ). Mit dem Thema " Umgekrempelt " begrüßte am Donnerstagabend Bastienne Schröter Neugierige zum 47. Lesetee in der Stadtbibliothek. " Umgekrempelt " bedeutete in diesem Fall, dass die Autoren einen Einblick in ihr Leben geben, das sie aufgrund verschiedenster Einfl üsse umgewälzt haben und dies dann mit Hilfe des Schreibens verarbeiten.

Mehr als 30 Zuhörer waren gekommen, um den Geschichten der Magdeburger und Jerichower Schreibrunde zu lauschen. Gudrun Billowie, die den Schreibzirkel betreut, moderierte die Lesung und stellte die Autoren kurz vor, die sich in diesem Rahmen vor Publikum testen konnten. Zur musikalischen Untermalung zwischendurch trug Igor Sinitsyn bei, der auf dem Akkordeon melancholische aber auch etwas schwungvollere Stücke spielte.

Den Einstieg machte Annegret Winkel-Schmelz aus Halle, die durch ihre Prosa starke Naturverbundenheit zeigte. Nervosität war bei ihr nicht zu spüren. Vielmehr trug sie durch ihre Stimme und ihren starken Ausdruck den Inhalt der Werke. Zum Abschluss ihres Beitrags brachte sie mit einigen Aphorismen das Publikum zum Lächeln und sicher auch zum Nachdenken.

Angelika Schirmer, die – wie Gudrun Billowie scherzte – " schon gefühlte 100 Jahre dabei ist ", setzte die Lesung mit einer Geschichte fort, in der es um Krankheit und Niedergeschlagenheit ging. Aber auch um die Möglichkeit, durch Veränderung neue Kraft zu schöpfen und so das Leben wieder zu genießen. Im Anschluss brachte Wilfried Zacke mit seinem durch viel Sprachwitz glänzenden Beitrag " Dubios " die Zuhörer zum Lachen. Und Beate Becksmann las aus dem von Wilfried Zacke herausgegebenem Werk " Wer ein Buch aufschlägt, hört die Welt hämmern ".

Die beiden nächsten Autoren gewährten Einblicke in einen Teil ihrer Familiengeschichte. Johanna Bulz schilderte in " Seitenstraße " auf bewegende Weise, wie es ist, einen behinderten Sohn zu haben und wie man dadurch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Heinz Hallbauer hatte viel über das Leben seines Großvaters in Erfahrung gebracht, sich in diese Zeit hineingedacht und einen Auszug aus seinem Roman vorgelesen.

Zum Abschluss trug Günter Hartmann einige seiner Gedichte vor, die das Älterwerden thematisieren. Nach viel Applaus für alle Autoren, die musikalische Unterstützung und weitere Beteiligte, wurde das Publikum mit freudiger Erwartung auf den nächsten Lesetee in den kühlen Abend entlassen.