Direkt im Eingangsbereich des Bergmanssaales vom Kaliwerk stand gestern Nachmittag ein Tisch voller Lebensmittel. Brot, Cornflakes, Ketchup, Nudeln, Schlagsahne und Fertiggerichte lagen unter anderem darauf. Doch das war nicht etwa der in der Einladung der Festgäste angekündigte Imbiss – die ausgestellten Leckereien sollten zeigen, wofür man das Kaliumchlorid benötigt, dessen Produktionsanlage gestern feierlich eingeweiht wurde.

Zielitz. Wenn man es ganz genau betrachtet, hat das Zielitzer Kaliwerk auch schon vor dem gestrigen Tag viele Jahre einen wichtigen Beitrag zur Welternährung geleistet – sind Düngemittel doch Pfl anzennährstoff und beeinflussen damit die Nahrungskette. Seit gestern allerdings ist die Produktion von Kaliumchlorid in Lebensmittelqualität offiziell das zweite Standbein im hiesigen Werk des Unternehmens K + S.

28 Millionen Euro wurden in den Bau einer neuen Produktionsanlage investiert, 15 Menschen erhalten dadurch einen Arbeitsplatz. Wie Dr. Ernst Andres, Mitglied der Geschäftsführung von K + S, verriet, konnten es alle, die an der 18-monatigen Bauphase beteiligt waren, kaum noch abwarten, bis Ministerpräsident Wolfgang Böhmer ( CDU ) den roten Knopf drückte und damit die Anlage offiziell in Betrieb nahm.

Das Kaliumchlorid, das in Zielitz produziert wird, hat Lebensmittelqualität. " Food Grade ", wie es neudeutsch bei den zahlreichen Abnehmern heißt. Der Markt für dieses Produkt wächst rasant. Bisher wurde nur im Kaliwerk Wintershall in der Werra-Region neben Salzen für die Pharmaindustrie auch das begehrte Kaliumchlorid für die Nahrungsmittelindustrie hergestellt. Die Nachfrage stieg stetig, so dass man sich in der Unternehmensführung entschied, die Produktion am Standort Zielitz mit einer neuen Anlage auf- und damit insgesamt auszubauen.

Fabrikleiter Hans-J örg Glener führte die geladenen Gäste durch die beiden eigens errichteten Gebäude, in denen nicht nur der Geruch nach Farbe verdeutlichte, dass es sich um Neubauten handelt. Nach Inbetriebnahme der Anlage sollen noch in diesem Jahr 3500 Tonnen des Kaliumchlorids in Lebensmittelqualität hergestellt werden. Auch für das kommende, das erste komplette Produktionsjahr, gibt es schon Schätzwerte, rechnet man mit etwa 65 000 Tonnen Salz, das je nach Kundenwunsch ausgesiebt wird. " Maximal erreichen wir so 35 000 Tonnen des hochwertigen Kaliumchlorids, die restliche Menge ist meist zu feinkörnig für die Kunden und wird dann wieder für die Düngerproduktion eingesetzt, geht also nicht verloren ", so Glener.

Die Gäste der feierlichen Inbetriebnahme – darunter auch die Bürgermeister der an das Werk angrenzenden Gemeinden, Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Firmenangehörige – wünschten dem Unternehmen für die Entwicklung des neuen Standbeines maximalen Erfolg. " Ich tue das allerdings nicht ganz uneigennützig ", gab Ministerpräsident Böhmer zu. Schließlich sei das Kaliwerk nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Region und bilde regelmäßig eine große Zahl an jungen Menschen aus. Auch das soziale Engagement des Unternehmens wurde von Böhmer gelobt. Und wenn jemand in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine solch große Investition tätige, dann " ist das nicht nur für die Region, sondern auch für die Landesregierung ein ermunterndes Zeichen ".