Wenn im Oktober die Städtepartnerschaft zwischen dem bulgarischen Sredez und Wolmirstedt urkundlich besiegelt wird, soll auch eine Ausstellung eröffnet werden, die unseren Bürgern das osteuropäische Land ein wenig näher bringt.

Von Tina Heinz

Wolmirstedt. Nachdem im Februar dieses Jahres bereits eine kleine Delegation aus der bulgarischen Stadt Sredez nach Wolmirstedt gekommen war, reisten Mitte Mai Vertreter aus Politik und kommunalen Unternehmen zu einem Gegenbesuch nach Osteuropa. Ziel war es unter anderem, eine Partnerschaft aufzubauen, welche die Stadträte in Sredez angeregt hatten.

Nachdem man dafür die notwendigen Vorkehrungen und Absprachen getroffen hat, werden im Oktober erneut Vertreter aus Bulgarien erwartet. Aus diesem Anlass gibt es in der Blauen Galerie des Wolmirstedter Hofes eine Ausstellung über " Goldene Seiten des mittelalterlichen Bulgariens " zu sehen. " Wir haben diesmal keine Objekte ortsbekannter Künstler gewählt, sondern möchten mit diesen Bildern und Texten Bulgarien ein Stück näher bringen ", verrät Hotelier Bernd Rothämel.

Vergangene Woche hat er die Stücke selbst an den Wänden der Blauen Galerie angebracht. Zu sehen sind alte Schriften, heilige Stätten, Bilder aus dem Mittelalter und auch neuere Fotografien von altehrwürdigen Kirchen und Klöstern. Außerdem erfährt der Besucher vieles über das Erste ( 7. bis 11. Jahrhundert ) und das Zweite ( 12. bis 14. Jahrhundert ) Bulgarische Reich in den dazugehörigen Erläuterungen.

Eröffnet wird die Exposition jedoch erst am 9. Oktober. Dann soll auch die Städtepartnerschaft zwischen Sredez und Wolmirstedt ratifi ziert werden. " Wir unterzeichnen die Partnerschaftsurkunde und besuchen anschließend die Vernissage in der Blauen Galerie ", erklärt Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander. Für die Gäste aus Bulgarien wurde auch schon ein kleines Programm zusammengestellt.

Bürgermeister Todor Proykov sowie Vertreter aus Verwaltung und Unternehmen treffen am 8. Oktober in Wolmirstedt ein. " Wir werden der Delegation die Stadt zeigen, unsere Region vorstellen und mit ihnen das Kaliwerk Zielitz besichtigen ", zählt Zander einige Programmpunkte auf. Des Weiteren wird auch ein Austausch über erneuerbare Energien angestrebt, für die sich die Vertreter der bulgarischen Kleinstadt interessieren.

Bernd Rothämel, der bereits im Mai mit der Wolmirstedter Delegation nach Sredez gereist war, hofft, dass zwischen den zwei Orten ein " Band der Freundschaft " entsteht. " Wir wissen nicht viel über Bulgarien, aber dies ist ein guter Anlass, das Land kennen zu lernen und neue Partnerschaften sowie Kontakte zu knüpfen ", erläutert Rothämel.

Für Wolmirstedts Bürgermeister Hans-J ürgen Zander ist dies auch ein wichtiges Ziel für die Zukunft : " Wir müssen Schulen, Sportvereine und andere Interessenvereinigungen animieren, Kontakte zu knüpfen und neue Freundschaften zu stärken. "

f Kleinstadt in Bulgarien mit etwa 9700 Einwohnern

f liegt in der Gemeinde Sredez, Provinz Burgas, in der Nähe des Mandra-Sees f dieser bildet die Grenze zwischen der Burgas-Tiefebene und dem Strandscha-Gebirge

mit dem gleichnamigen Naturpark f erhielt 1934 den heutigen Namen, der 1950 in Grudowo abgeändert wurde ; erst seit Anfang der 1990-er Jahre wieder in Sredez umgenannt f wichtigster Industriezweig : Stahlproduktion.