" Fünf Jahre Einheitsgemeinde Barleben – das mag im Rückblick kurz erscheinen ", erklärte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff, der zu diesem halbrunden Jubiläum dennoch viel zu berichten hatte. In der Aula der Sekundarschule begrüßte er am Sonnabend gut 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und den Vereinen der Einheitsgemeinde sowie anliegender Orte.

Barleben. Gemeinsam mit den geladenen Gästen war Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff am Sonnabend einen Blick zurück. Zurück auf die fünfjährige Geschichte der Einheitsgemeinde, die am 1. Juli 2004 ihren Anfang nahm und gleichzeitig den Schlusspunkt eines langen Prozess des freiwilligen Zusammenwachsens der Gemeinden Ebendorf, Barleben und Meitzendorf bildete.

Jeder der Anwesenden konnte sich wohl noch daran erinnern, welche Bemühungen man unternommen hatte, die Eigenständigkeit zu erhalten und der drohenden Eingemeindung nach Magdeburg zu entgehen. Nachdem die erste Landesregierung eine Kommunalreform verabschiedet hatte, wurde am 1. Mai 1992 eine Verwaltungsgemeinschaft " Mittelland " aus den Ortschaften Ebendorf, Barleben und Meitzendorf gegründet. Weitere Gebietsreformen hätten die Gemeinden veranlasst, rechtzeitig über die Bildung einer Einheitsgemeinde nachzudenken.

" Die Barleber setzen ihre Kraft und ihren Elan daran, etwas für ihren Ort, ihre Heimat zu tun "

Nach einem Bürgerentscheid, bei dem sich im Mai 2001 über 90 Prozent der Bürger für die Einheitsgemeinde ausgesprochen hatten, gingen allerdings weitere drei Jahre bis zu deren Gründung ins Land. " Eines hat sich dabei immer wieder gezeigt : Barleben vermag Herausforderungen zu meistern, die Barleber setzen ihren Elan, ihre Kreativität und ihre Kraft daran, etwas für ihren Ort, ihre Heimat zu tun ", so Keindorff.

Er nutzte den Festakt aber nicht nur für den Blick zurück, sondern auch für den ins Jetzt und die Zukunft. Bei allen Problemen, die es immer wieder gibt, stünde die Einheitsgemeinde im Jubiläumsjahr gut da und hätte sich im Wettbewerb der Kommunen gut positionieren können. Das wäre nicht zuletzt Dank der Unternehmen, Geschäftsleute, Arbeiter sowie der Bürger so gekommen, denen Keindorff für ihr Engagement dankte. " Denn eine lebendige, dynamische Gemeinde kann es nur geben, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner daran mitwirken. "

Ganz ohne Kommunalpolitik geht es aber nicht. Um ihnen für ihr langjähriges Mitwirken an der Entwicklung der Einheitsgemeinde zu danken, bat Keindorff Jürgen Herrmann und Johann Hörauf auf die Bühne. Der bisherige Gemeinderatsvorsitzende Jürgen Herrmann darf sich, als Anerkennung dafür, " dass er nach bestem Wissen und Gewissen sein Handwerk vollzogen hat ", ins Goldene Buch der Gemeinde Barleben eintragen. Sein Stellvertreter Johann Hörauf erhielt eine Fotocollage mit Ansichten der Einheitsgemeinde. Beide bekamen von Keindorff noch eine speziell angefertigte Uhr mit Barleber Motiv. " Die haben wir vor der Haushaltskonsolidierung bestellt ", konnte sich der Bürgermeister einen Kommentar zu der aktuellen Finanzlage nicht verkneifen.

" Es ist nicht das Ende der Welt, wenn Gemeinden sich zusammenschließen "

Eine Tiefenprüfung hätte ergeben, dass die Gemeinde 7, 5 Millionen Euro an Gewerbesteuern zuviel eingenommen hätte. Und so stünden nicht wie gedacht 32 Millionen Euro an Steuereinnahmen zur Verfügung. Da den verringerten Einnahmen aber gleichbleibende Ausgaben gegenüberstehen, muss nun gespart werden. Das Finanzausgleichsgesetz des Landes fand auch im Grußwort von Landrat Thomas Webel Niederschlag.

Größeren Anteil bei seiner Rede nahm allerdings das Lob für die hervorragende Entwicklung der Einheitsgemeinde und die Arbeit, die darin geleistet wird, ein. " Das Beispiel Barleben zeigt, dass nicht die Welt untergeht, wenn Gemeinden zu einer Einheitsgemeinde zusammengehen ", so Webel.

Während sich Keindorff schon im gemütlichen Teil des Festaktes wähnte, wurde er durch Reinhard Lüder nochmals auf die Bühne gebeten. Der amtierende Vorsitzende des Gemeinderates zeichnet den Bürgermeister und seinen Stellvertreter Jörg Meseberg in Anerkennung ihrer zielstrebigen Einsatzbereitschaft für die Einheitsgemeinde mit der " Ehrenmedaille in Gold " aus, die am Sonnabend erstmals verliehen wurde. " Ich bedanke mich für diese hohe Ehre, dabei habe ich doch immer nur meine Pflicht getan ", so ein gerührter Jörg Meseberg, der – genau wie Keindorff – versprach, sich " auch weiterhin für das Wohl der Gemeinde einzusetzen ".

Den Abschluss der Wortbeiträge zur Festveranstaltung übernahm Ingeburg Zachau vom Heimatverein, die auf Platt erst ein bisschen was von ihrem Heimatort erzählte. So erfuhren die Gäste, dass sie ab und zu auf dem Breitweg einen Stopp bei den Wasserspielen, den " Niagarafällen " einlegt.

Nach so vielen Reden ging es im Rahmenprogramm musikalisch weiter. Bernd Warkus, aus Staßfurt stammend und mittlerweile in Meißen wohnhaft, begeisterte die Gäste mit seiner Xylophondarbietung. Der Meister auf seinem Instrument lies die Schlägel dermaßen schnell über die Harthölzer fliegen, dass manchem Zuschauer schon vom Hinsehen schwindelig wurde. Ähnlich schnell wechselte er auch zwischen Opern- und Musicalmelodien, die auf dem Xylophon eine ganz eigene Klangnote erfuhren.

Als Abschluss seines Programms hatte Warkus die " Ode an die Freude " ausgewählt. Ein Lied, das zum Anlass passte. Stellten doch die Gäste des Festaktes beim abschließenden gemeinsamen Essen fest, dass sie in puncto Einheitsgemeinde mehr als optimistisch in die Zukunft blicken.