Heinrichsberg. Hartmut Wöhlbier aus Emden hat am Sonnabend das 17. Leistungshüten des Altmärkischen Vereines für Schafzucht und Schafhaltung gewonnen. Dahinter belegten Rüdiger Kassuhn, Reiner Zahn und Dirk Strathausen die Plätze. Eckard Westphal aus Heinrichsberg wurde Fünfter.

Der Heinrichsberger hatte für die Veranstaltung seine Herde zur Verfügung gestellt. Die Schäfer mussten, assistiert von ihren Hunden, die 300 Merino-Fleischschafe über einen anspruchsvollen Parcours treiben. Dabei waren verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehörten das Austreiben der Herde aus dem Ferch, das Hüten in einem engen Gehüt, das Passieren eines Verkehrshindernisses oder das Treiben über eine sechs Meter breite Brücke. " Alle Elemente dieses Wettbewerbes sind in der Deutschen Hüteordnung genau def niert ", informierte Reinhard Seelig, Vorsitzender des Altmärkischen Vereines für Schafzucht und Schafhaltung. Der Verein zählt 44 Mitglieder im Norden unseres Bundeslandes und ist der älteste seiner Art in Sachsen-Anhalt.

Schon die Vorbereitung war eine Klasse

für sich

Seelig lobte besonders die Gastgeber. " Schon die Vorbereitung dieser Veranstaltung war eine Klasse für sich. Man merkte, das das ganze Dorf dahinter steht. Angefangen von der Bürgermeisterin Bettina Seidewitz bis hin zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. "

Voll des Lobes über die Gastgeber war auch Dr. Hans-J örg Rösler. Der Geschäftsführer des Schafzuchtverbandes Sachsen-Anhalt sprach von einer " top organisierten Veranstaltung ".

Das konnten auch die zahlreichen Zuschauer bestätigen, die den Wettbewerb interessiert verfolgten. Viele hatten auf dem Elbdeich Platz genommen und konnten wie aus einer Theaterloge das Geschehen beobachten.

Am besten absolvierte einmal mehr Hartmut Wöhlbier aus Emden den Parcours. Wöhlbier hat nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in ganz Deutschland einen ausgezeichneten Ruf. Immerhin war der Emdener schon zweimal DDR-Meister und auch zweimal Bundessieger.

Auch wenn es bei der Begegnung mit dem Verkehrshindernis nicht ganz hundertprozentig klappte, überzeugte Wöhlbier doch wieder. Seine Hütehunde brachten die Herde genau dahin, wo der Schäfer sie haben wollte.

" Hartmut Wöhlbier hat sich damit für die Landesmeisterschaften qualifziert, die Ende August in Bernburg ausgetragen werden ", informierte Reinhard Seelig. In Bernburg werden die Sieger der vier Vereinshüten sowie der punktbeste Zweite gegeneinander antreten. Der dort ermittelte Landesmeister vertritt Sachsen-Anhalt dann beim Bundeshüten, das im September in Thüringen stattf nden wird.

Hüter und Halbenhund sind qualif -

ziert

Aufmerksamer Beobachter des Wettbewerbes war auch Martin Winz aus Halle-Seeben. Er war kürzlich Vereinssieger im Saaletal geworden und ist damit einer der Mitbewerber um den Landesmeistertitel.

" Es qualifzieren sich immer der Hüter und einer seiner Hunde, nämlich der Halbenhund ", erläuterte Dr. Hans-Jörg Rösler. Halbe ist die dem Schäfer abgewandte Seite. Deshalb muss der Schäfer zu seinem Halbenhund sehr viel mehr Vertrauen haben als beispielsweise zu dem Beihund, den er immer im Auge behalten kann.

Reinhard Seelig ging bei einem Pressegespräch am Rande der Veranstaltung auch auf die in der Agrargenossenschaft Heinrichsberg gehaltenen Schafe ein, die den stundenlangen Wettbewerb scheinbar ohne Mühe überstanden. " Die Heinrichsberger Agrargenossenschaft hat in den vergangenen Jahren wieder auf die Rasse Merino-Fleischschaf umgestellt. Diese Rasse hat besonders in der Magdeburger Börde eine gute Tradition. Hier ist eines der Hochzuchtgebiete für die Merino-Fleischschafe. " Seelig betonte, dass es sich bei den Merino-Fleischschafen um eine gefährdete Haustierrasse handelt. " Bundesweit gibt es lediglich noch 4700 Herdbuch-Merinos. Über die Hälfte davon steht in Sachsen-Anhalt. "