Spaziergänger, die SV-Kali Leichtathleten und Partygänger – das sind diejenigen, die mehrmals im Jahr das Küchenhorn besuchen. Der Zustand der Zufahrtsstraße ist seit Jahren Anlass für Frust bei all denen, die diese Strecke öfter fahren.

Wolmirstedt. Den gesamten Juni über stand die Stadt Wolmirstedt im Blickpunkt des Interesses. In der Innenstadt konnten Bürger und Besucher eine Vielzahl von baulichen Veränderungen beobachten.

Christian Hamel beteiligte sich an der Volksstimme-Aktion, bei der Sie, liebe Leser, aufgerufen sind, uns Ihre Wünsche an den neuen Stadtrat zu schreiben. Dem Wolmirstedter liegt ein langjähriger Missstand am Herzen, den man nicht auf den ersten Blick entdeckt. " Es geht um das Stadion im Küchenhorn und die Straße dorthin ", so Hamel in seiner E-Mail. Vor gut 24 Jahren wurde Hamel, damals selbst noch ein Jugendlicher, von seinem Vater mit ins Stadion genommen, als dort die Laufbahn des Stadions " Glück auf " off ziell vermessen wurde. " Seit damals hat sich nicht viel verändert ", zieht der Wolmirstedter eine traurige Bilanz.

" Eine neue Weitsprunganlage gab es in der Zwischenzeit, und einen Wurfkäf g im Außenbereich. An der Bahn hat sich aber nichts geändert, und der Belag ist noch immer der gleiche wie damals. " Mittlerweile bringt er seinen Sohn zum Training ins Küchenhorn. Immer dann, wenn Wettkämpfe anstehen, würden Athleten aus anderen Orten den Zustand des Stadions kritisch kommentieren. " Wir seien ja nun wohl der letzte Verein im größeren Umkreis, welcher keine Kunststoffbahn hat ", wäre nur eine der Reaktionen. Die marode Laufbahn sei auch einer der Gründe, weshalb manche Wettkämpfe nicht mehr in Wolmirstedt ausgetragen werden würden. Auch die Hochsprunganlage sei eine Unfallquelle, weil auf dem huckeligen Boden nicht verbundene Streifen Tartanbahn lägen.

Wenn er an das Stadion denkt, fallen Hamel noch mehr Kritikpunkte ein. " Im Frühjahr hat sich ein Junge den Kopf aufgeschlagen, weil er in den als Absperrung am Parkplatz gespannten dünnen Spanndraht gerannt ist. In der Woche darauf wurde zusätzlich rot-weißes Absperrband gespannt ", erinnert sich der Wolmirstedter. " Der Rettungswagen mußte dann über die durch viele Löcher zusammengehaltende Straße ins Küchenhorn und mit dem Verletzten natürlich über die gleiche Huckelpiste zurück. Auch bei guter Federung ist bei den Löchern Vorsicht geboten und ein hohes Tempo, was bei einem Notfall ja notwendig sein kann, sicher nicht möglich. " Der Zustand der Straße ist schon lange Jahre ein Dorn in den Augen vieler Wolmirstedter. Einer davon brachte seinen Unmut dadurch zum Ausdruck, dass er die Zufahrt zum Stadion mittels Schild in " H .-J .-Zander-Allee " taufte.

Hamel wünscht sich vom neuen Stadtrat, dass die Sportanlage im Küchenhorn wieder mehr ins Blickfeld gerät. " Es war ja wohl schon mal fast das notwendige Geld beisammen, aber es fehlte scheinbar doch das letzte, entscheidende Quentchen Geld oder Wille, und es blieb so wie es war. Mein Wunsch wäre aber, dass es nicht so bliebe. Viele Sportler würden sich freuen, wenn das Stadion im Küchenhorn und dessen Zuwegung erneuert würde. Eine wirkliche Alternative zu diesem Standort konnte bisher nicht gefunden werden. "

Stadtratsvorsitzender Gerald Zimmermann kennt, genau wie die Vertreter der anderen Fraktion, die Problematik und den damit verbunden Frust, vor allem bei den Leichtathleten. " Der Zustand des Stadions war schon mal zur Sprache gekommen, als es um das Konzept für die Sportstätten ging ", erinnert sich Zimmermann. Dennoch seien bisher noch keine Lösungen gefunden. Der Stadtratsvorsitzende versichert Gesprächsbereitschaft. " Ich könnte mir vorstellen, dass man sich mit den Fraktionsvorsitzenden und beispielsweise dem Vorsitzenden des SV Kali an einen Tisch setzt und nach Lösungen sucht. Grundsätzlich sind wir dankbar für Anregungen der Bürger, die wir in unsere Arbeit gerne aufnehmen ", so Zimmermann.