Die geologischen Verhältnisse sind untrennbar mit der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region verknüpft. Wo könnte man diese Aussage besser belegen, als im Landkreis Börde mit seiner Vielzahl an Bodenschätzen. Kalk-, Sandund Tonsteine, Kalisalz und Schwarzerde sind Bestandteil einer neuen Dauerausstellung im Kreismuseum Wolmirstedt. Vergangene Woche wurde der erste der drei geplanten Schauräume eröffnet.

Wolmirstedt. Die geologische Entwicklung des Landkreises Börde hat sich über tausende von Jahren hinweg entwickelt. Im Vergleich dazu waren es nur kurze zweieinhalb Jahre Vorbereitungszeit, die nötig waren, bis der erste der drei geplanten Räume der Dauerausstellung eröffnet wurde. Im Kreismuseum auf der Wolmirstedter Schlossdomäne sollen sich Besucher ab sofort über " Geologie und Bodenschätze von den Anfängen bis zur Gegenwart im Landkreis Börde " informieren können.

Am Mittwoch wurde der erste Schauraum im Beisein all derer eröffnet, die an der Vorbereitung mitgewirkt hatten. Das sind neben Museumsleiterin Anette Pilz und ihren Mitarbeitern vor allem Fachleute aus Wirtschaft und Behörden sowie sachkundige Freunde von Geologie und Bergbau und fachkompetente Ruheständler. Zu letzteren gehört Olaf Hartmann, der bei der Konzeption der Dauerausstellung die Leitung übernommen hat. Hartmann, Diplom-Geologe und vor seinem Ruhestand Leiter der Außenstelle Magdeburg des Landesamtes für Geologie, war von Anette Pilz nach einem Vortrag angesprochen und gefragt worden, ob er sich die Übernahme dieser Aufgabe vorstellen könnte. " Ich habe spontan zugesagt ", erinnert sich der Brunkauer, der daraufhin ein kompetentes Team aus Fachleuten und Firmen zusammentrommelte. " Als wir vor zwei Jahren erstmals zusammenkamen, hatten wir noch andere Zeitvorstellungen von der Ausstellungskonzeption. Zwischendurch ist aus dem Traum öfter mal fast ein Alptraum geworden, weswegen ich mich vor allem für die Ausdauer und die Mitarbeit bedanken möchte ", lobte Hartmann die Anwesenden.

Zusammen mit Anette Pilz und dem Wolmirstedter Frank Trostheide sei man vielfach durch den Landkreis gefahren, um Steinbrüche zu besuchen und zu fotografi eren. Unterstützung bekamen die Mitarbeiter der Ausstellung von Dr. Thomas Ruppel und Ulrich Hauer. Die Leiter der Museen Ummendorf und Haldensleben stellten jeweils zahlreiche Dauerleihgaben zur Verfügung. " Wir wollten, dass die Geologie des Kreises schwerpunktmäßig in Wolmirstedt etabliert wird, haben deshalb unsere Ausstellung zu diesem Thema komplett abgegeben, konzentrieren uns stattdessen auf Kulturgeschichte ", so Ulrich Hauer, Leiter des Haldensleber Museums. Außerdem hätte man bei der Frage der Einrichtung des Raumes beratend zur Seite gestanden.

" Wir wollten bewusst keine Fach- oder Lehrausstellung machen, sondern mit Informationen auf die Rohstoffpräsentation des nächsten Raumes einstimmen ", erklärte Olaf Hartmann. Er wird, zusammen mit der bisherigen Gruppe von Helfern, auch die weitere Ausstellung gestalten, die sich mit Bodenschätzen befasst. " Der größte Bodenschatz des Landkreises ist ja tatsächlich der Boden, also die Schwarzerde, die sehr gute Erträge bringt ", nennt Olaf Hartmann einen Punkt, der im zweiten Raum seinen Platz finden wird. Bis der eröffnet wird, werden aber nicht nochmal zwei Jahre vergehen, versicherten die Beteiligten einstimmig.