Zu den rührigsten Gruppen in der Colbitzer Kulturlandschaft zählen die Töpferfrauen um Christa Wellnitz. Am Freitag trafen sich die Hobbytöpferinnen zu ihrem traditionellen Sommerfest. Gefeiert wurde in diesem Jahr in der Scheune auf dem Colbitzer Museumshof.

Colbitz. " Töpfern ist ein uraltes Handwerk und da ist es nicht verwunderlich, dass in der Gegend um Colbitz bis zu 1800 Jahre alte Keramikscherben gefunden wurden ", begrüßte Erika Scheele von den Colbitzer Heimatfreunden die Töpferfrauen. Die konnten die Relikte längst vergangener Zeiten in den Vitrinen der Museumsscheune bestaunen - Leihgaben des Wolmirstedter Museums.

Warteliste für Neuaufnahmen

Ob die Colbitzer Töpferfrauen an diese Traditionen anknüpfen ist fraglich. Auf jeden Fall treffen sie sich seit der Gründung der Gruppe vor sechs Jahren regelmäßig, um ihr interessantes und anspruchsvolles Hobby zu pflegen.

" Wir haben schon sechs Ausstellungen mit unseren Erzeugnissen im Rahmen des Colbitzer Kulturherbstes gestaltet ", berichtete Christa Wellnitz, die die Gruppe anleitet. Auch die von der Gruppe angebotenen Workshops für Muttis mit Kindern fanden großen Anklang, so Christa Wellnitz. Leider sei die Aufnahmekapazität mit derzeit 18 Mitgliedern erschöpft. Es gebe sogar schon eine Warteliste.

Ein ganz großes Dankeschön richtete Christa Wellnitz im Namen aller Mitglieder der Töpfergruppe an die Gemeinde Colbitz. Die hatte mit finanziellen Mitteln die Anschaffung eines eigenen Brennofens ermöglicht.

Eines der ersten dort gebrannten Erzeugnisse bekam Erika Scheele als Dankeschön für ihre Bemühungen um die Colbitzer Geschichte überreicht. " Das ist eine Keramikscherbe, die in derselben Zusammensetzung gefertigt worden ist, wie es vor 1000 Jahren üblich war ", klärte Christa Wellnitz auf.

Zwei Eulen als Dankeschön getöpfert

Als einen weiteren Gast hatten sich die Töpferfrauen Herbert Bilang eingeladen. Der Verantwortliche der Gemeinde Colbitz für den Museumshof ist für seine Leidenschaft für Eulen hinlänglich bekannt. Er führte die Frauen dann auch in die von ihm konzipierte Eulenausstellung, die schon bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Viel Interessantes konnte Herbert Bilang über den Vogel der Weisheit erzählen.

Auch er bekam ein kleines Dankeschön aus Keramik : zwei kleine Eulen. " Wir hatten noch eine wunderschöne große Eule getöpfert, aber die hat beim Brennen leider einen Riss bekommen ", bedauerte Christa Wellnitz.